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Japan muss anfangen die Massentierhaltung zu überdenken

Kein Bewusstsein für Nutztierhaltung in Japan

Für die Olympischen Spielen hat das Organisationskomitee Beschaffungsstandards für die Materialien festgelegt, die während der Spiele verwendet werden. Dazu gehören auch Regeln für die Zutaten der Essen der Sportler, das Wohl der Tiere, die für das Essen geschlachtet werden, spielt allerdings eine eher untergeordnete Rolle.

Sportler fordern Japan auf, mehr für das Tierwohl zu tun

In diesem Zusammenhang haben einige Organisationen und Athleten darauf hingewiesen, dass die Viehzucht in Japan nicht den Tierschutz gewährleistet. In Japan ist Massentierhaltung der Standard, dabei wird allerdings nicht auf das Wohlbefinden der Tiere geachtet. Ist es zum Beispiel in vielen Ländern verboten Legehennen in Käfigbatterien zu halten, ist dies in Japan normal. Die Athleten baten Tokyos Gouverneurin Yuriko Koike um ein Treffen, damit man diese Angelegenheit besprechen könne, allerdings fand kein Treffen statt.

Tierschutzorganisationen fordern schon lange, dass Japan die Standards für die Produktion von Tierprodukten überarbeitet und sich den globalen Trend zur humaneren Behandlung von Nutztieren anschließt.

Mehr zum Thema:  Gerichtsverfahren über die Delfinjagd in Japan hat begonnen

Kein wirtschaftlicher Druck

Am 2. November teilte das Organisationskomitee der Olympischen Spiele 2020 mit, dass es unwahrscheinlich sei, dass die Forderungen von Japan erfüllt werden. Zwar wurde bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro eine ähnliche Forderung gestellt und zu Beginn der Spiele auch umgesetzt, aber dies wird in Tokyo wahrscheinlich nicht der Fall sein.

Japan exportiert nur sehr wenige tierische Produkte ins Ausland, daher besteht kein wirtschaftlicher Druck, die Produktionsmethoden zu verbessern.

Fleisch aus Japan enthält doppelt so viele Arzneimittel, wie Fleisch aus der USA

In westlichen Ländern wird die Massentierhaltung mittlerweile als schädlich für das Wohlergehen der Tiere und für die Lebensmittelsicherheit angesehen, in Japan ist sie jedoch normal. Tiere bekommen eine Menge an Medikamenten. Fleisch, dass in Japan hergestellt wurde, enthält doppelt so viele Arzneimittel, wie zum Beispiel Fleisch in der USA und 95 Prozent der japanischen Hühner enthalten antibiotikaresistente Bakterien.

Damit sich etwas ändert, muss ein Bewusstsein in der japanischen Bevölkerung geschaffen werden, die Tiere eher als Ressource und nicht als fühlendes Wesen ansehen.

Diese Wahrnehmungslücke wurde im vergangenen Frühjahr in der NHK-Serie „Natsuzora“ („Sommerhimmel“) beleuchtet.

Die Serie spielt nach dem Zweiten Weltkrieg auf einer Milchviehfarm in Hokkaido. Das Landwirtschaftsministerium arbeitete mit NHK für die Serie zusammen und veröffentlichte auf seiner Homepage Erklärungen zu den dargestellten Verarbeitungsmethoden.

Das übergeordnete Ziel des Ministeriums ist die Förderung der Milchindustrie in Hokkaido. In den Erklärungen auf der Webseite, wird das Wohlergehen der Tiere nur selten beschrieben und wenn dann nur positiv. Die Kühe grasen, weil das in den 40er und 50er Jahren der Fall war, da die Serie vor der Einführung der Massentierhaltung spielt.

Serie zeigt nicht, wie es wirklich läuft bei der Massentierhaltung

Die Tierschutzgruppe Animal Rights Center veröffentlichte eine Gegendarstellung zu den Erläuterungen des Ministeriums. Die Organisation betonte, dass die dargestellten Szenen heute nicht mehr zutreffen. Der Hof in der Serie war relativ klein, nur fünf bis sechs Kühe, die von vier Personen betreut werden. Das entspricht aber nicht mehr der heutigen Zeit, denn ein normaler Milchviehbetrieb beschäftigt gerade mal 2 Personen für rund 80 Kühe.

Dazu kommt, dass die meisten Kühe mittlerweile nur noch im Stall gehalten werden. Die Milchproduktion pro Kuh hat sich mittlerweile verdoppelt, sodass die Kühe oft schwach, übergewichtig und krankheitsanfällig geworden sind. Kühe können bis zu 20 Jahre alt werden, aber Milchkühe halten in der Regel nicht länger als fünf oder sechs Jahre durch und werden dann geschlachtet.

Animal Rights Center hat über Wochen versucht die japanische Bevölkerung aufzuklären und schonungslos zu zeigen, wie die Produktion wirklich abläuft.

Tierschutz spielt in den Medien kaum eine Rolle

Wenn es in der japanischen Presse um Tierschutz geht, wird der englische Bericht verwendet und in der Regel nur dann darüber geschrieben, wenn es die ausländische Produktion betrifft. Japanische Probleme werden meisten von Nischenmedien aufgegriffen, wie zum Beispiel das Magazin Alterna, die eine Geschichte über die Produktion von Eiern in Japan veröffentlichte.

Zwar habe die Anzahl der Hühner in Japan seit Jahren nicht zugenommen, aber die Zahl der Betriebe ist kleiner geworden. Das heißt, dass immer weniger Betriebe die gleiche Anzahl an Hühnern unterhält, was dies für die Lebensbedingungen der Tiere bedeutet, kann sich jeder wahrscheinlich selbst ausmalen.

Quellen: Wikipedia,  Alterna, Landwirtschafts Ministerum Japan

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