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Drei Reaktoren sollen angeschaltet werden

Japan nimmt Kernreaktoren wieder in Betrieb, die mehr als 40 Jahre alt sind

Japan will seine Emissionen reduzieren und setzt deswegen wieder vermehrt auf Atomkraft. Da neue Kernkraftwerke jedoch nicht geplant sind, sollen die bereits gebauten Energie liefern. Das führt nun dazu, dass erstmals Kernreaktoren länger als 40 Jahre laufen werden.

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Am Mittwoch wurde bestätigt, dass drei Atomreaktoren wieder gestartet werden, welche die 40-Jahre-Grenze bereits überschritten. Es handelt sich dabei um Reaktor drei des Mihama Kernkraftwerks und Reaktor eins bis zwei des Takahama Werks.

Behörden ändern wegen des Alters die Regelungen

Beide Anlagen stehen in der Präfektur Fukui und sind seit der nuklearen Katastrophe 2011 in Fukushima im Leerlauf. Gebaut wurden die besagten Reaktoren zwischen 1974 und 1976.

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Eigentlich sind seit 2011 die 40 Jahre die Grenze für den Betrieb von Kernreaktoren. 2016 wurde jedoch von der Nuclear Regulation Authority beschlossen, dass sie die Frist für die drei Reaktoren um 20 Jahre verlängern, da die Sicherheitsmaßnahmen vom Betreiber ausreichend sind.

Die örtlichen Gemeinden an den Werken sind von den Neustarts eher weniger begeistert. Die Sicherheit der sehr alten Reaktoren werden angezweifelt, genauso wie die erstellten Evakuierungspläne. Ein weiteres Problem ist dazu der Atommüll, für den Japan immer noch kein Endlager gefunden hat.

Gouverneur sieht in den Neustarts etwas Gutes

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Fukuis Gouverneur Tatsuji Sugimoto versucht bei einer Pressekonferenz zu beruhigen. Er hat dem Neustarts zugestimmt, nachdem er die Angelegenheit sehr genau überprüft hat. Sugimoto betonte dabei, dass die Zentralregierung Subventionen von bis zu 2,5 Milliarden Yen (ca. 18.985.475 Euro) pro Kernkraftwerk anbietet, wenn die Anlagen älter als 40 Jahre sind.

Eine Bürgergruppe kritisierte Sugimoto stark für seine Aussagen und es kam zu einem Protest vor seinem Regierungsbüro. Die Menschen forderten, dass die alten Kernreaktoren abgeschaltet bleiben.

In der Zwischenzeit bedankte sich Kansai Electric, der Betreiber aller Reaktoren, bei dem Gouverneur. Präsident Takashi Morimoto versprach, dass die Sicherheit bei der Wiederinbetriebnahme an erster Stelle steht und sie die Sicherheit von Kernenergie stetig verbessern wollen.

Weitere Kernreaktoren sollen gestartet werden

Es wird erwartet, dass das Unternehmen demnächst einen Plan zur Wiederinbetriebnahme veröffentlicht und mit weiteren Vorbereitungen anfängt. Vermutlich werden die Kernreaktoren in Takaham frühstens im Juni starten. In Mihama muss bis Oktober gewartete werden, da noch an den Anti-Terror-Maßnahmen gearbeitet wird. Ein Lager für den abgebrannten Brennstoff will Kansai Electric wie versprochen bis 2023 außerhalb der Präfektur finden.

Bisher wurden in Japan seit 2011 nur neun der insgesamt 50 Kernreaktoren wieder angeschaltet. Die Regierung möchte jedoch mehr wieder ans Netz nehmen, da sie bis 2050 Japan komplett emissionsfrei werden wollen. Da der Ausbau mit erneuerbaren Energien nur langsam vorangeht, soll deswegen vor allem die Atomkraft beim Erreichen des Ziels helfen.

Als Nächstes soll der ebenfalls 40 Jahre alte Reaktor zwei des Tokai Kraftwerks von Japan Atomic Power Co. wieder starten. Die verlängerte Laufzeit wurde bereits genehmigt, es fehlt nur noch die Erlaubnis der Gemeinden.

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