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Das Hin und Her in Japan

Japan öffnet sich für Touristen, aber nur einen kleinen Kreis aus bestimmten Ländern

Japans Premierminister hatte vor ein paar Tagen angekündigt, dass seine Regierung die Grenzen für Touristen wieder öffnen will und schon bald Touristengruppen einreisen dürfen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, immerhin darf man in das Land nur zu bestimmen Zwecken einreisen, worunter Geschäftsreisen und Reisen zum studieren zählen.

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Im Juni soll es laut des Premierministers so weit sein, nicht nur, dass die Zahl der Menschen, die pro Tag einreisen dürfen, erhöht wird, auch für touristische Zwecke soll die Einreise wieder möglich sein. „Soll“, denn wer nun darauf hofft, dass man dann seine Koffer packen und in den Urlaub in das asiatische Land reisen kann, der irrt leider.

Touristen ja, aber nur überwacht und in kleinen Gruppen

Mittlerweile wurde bekannt gegeben, dass Touristengruppen aus vier Ländern einreisen dürfen, den USA, Australien, Singapur und Thailand. Die Gruppen sind möglichst klein und sie dürfen keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

Bis Herbst oder Dezember wird Japan nur wenige ausländische Touristen einreisen lassen und das auch nur unter strenger Überwachung. Das französische Magazin Figaro schreibt, dass ihnen dies von mehreren lokalen Quellen mitgeteilt wurde. Da die Tests jetzt erst starten, ist es allgemein unwahrscheinlich, dass eine Öffnung im Juni stattfindet, trotz der Aussagen der Regierung.

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Dies steht allerdings im Gegensatz zu der Aussage des japanischen Premierministers, der ein flexibleres Einreiseverfahren im Juni versprochen hatte, ähnlich wie die der anderen G-7-Länder.

Auslandstourismus bringt den Virus ins Land

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Es scheint eher so, als hätte sich Japans Regierung dazu entschlossen, ihren Kurs, das Coronavirus aus dem Land zu halten, in dem der Auslandstourismus praktisch gestoppt wird, beizubehalten, auch wenn er keinen Erfolg hat, wie Omikron zeigte.

Bis Juni werden ein paar Touristengruppen für Pauschalreisen in das Land gelassen, dies soll ein Test sein, um zu sehen, wie gut das funktioniert. Aber die Gruppen werden betreut, also überwacht und sie sollen nur aus ein paar Personen bestehen. Zudem darf nur in den Präfekturen gereist werden, die bei dem Test mitmachen. Laut Branchensprechern sind aktuell 15 Präfekturen dabei, Tokyo, Osaka, Hokkaido und Okinawa allerdings nicht.

Sollte der Test gut verlaufen, sollen im Juni Japans Grenze für Touristen wieder geöffnet werden, also für Gruppenreisen, die von zugelassenen Agenturen betreut werden. Bis dahin plant die japanische Regierung ein Verfahren aufzubauen, dass die Gruppenreisen regeln.

Individualreisen nach Japan mit Glück ab Dezember

Individualreisen könnten mit etwas Glück im Dezember wieder zugelassen werden, wenn die Umstände passen, heißt es aus der Regierung.

Für die Tourismusbranche ist das ein Desaster, denn sie leidet enorm unter der Pandemie und fordert schon etwas länger, dass die Regierung Touristen wieder ins Land lässt.

Der Tourismus ist vor der Pandemie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor gewesen, da sich die Zahl der Touristen zwischen 2011 und 2019 verfünffacht hat. 2019 kamen 23 Millionen Menschen aus dem Ausland nach Japan, durch die Pandemie waren es im Jahr 2021 nur noch 250.000.

Dem steht allerdings die Überzeugung der Behörden und vieler Menschen in Japan gegenüber, die glauben, dass Ausländer das Coronavirus in sich tragen und das Risiko einfach zu groß ist. Japaner selbst dürfen allerdings frei reisen, auch ins Ausland.

Der Grund für die Zögerlichkeit der Regierung könnte aktuell daran liegen, dass bald Wahlen in Japan sind. Wenn diese vorbei sind, kann sich die Situation schnell ändern, aber das ist nicht mehr als eine Hoffnung.

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