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HomeNachrichten aus JapanJapan Post: Tausende Fälle von ungesetzlichen Verträgen

Bisher kamen nur von etwa 40 Prozent der Poststellen Rückmeldung

Japan Post: Tausende Fälle von ungesetzlichen Verträgen

Am Montag wurde bekannt, dass 6.327 Fälle von Versicherungsverträgen der Japan Post Holding Co. wahrscheinlich das Gesetz oder interne Regeln verletzen. Die Fälle erstrecken sich über einen Zeitraum von fünf Jahren bis zu März 2019. Das ist ein Schlag für die staatlich unterstützte Post- und Finanzdienstleistungsgruppe. Sie versuchen nämlich, das öffentliche Vertrauen wiederzugewinnen.

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Die japanische Post sagte, dass von den Fällen rund 20 Prozent, also etwa 1.400, gegen das Versicherungswirtschaftsgesetz verstoßen könnten. Grund dafür seien falsche Erklärungen oder die Verschleierung von Nachteilen für die Versicherten.

183.000 mutmaßliche Fälle bei der Post

Der Zwischenbericht stützte sich auf eine Untersuchung, bei der 183.000 mutmaßliche Fälle von missbräuchlichen Verkäufen durch die Einheit Japan Post Insurance Co. untersucht wurden. Die Untersuchung hatte bis Freitag nur Antworten von 68.020 Vertragsinhabern erhalten. Das entspricht nur 40 Prozent. Daher wird sich die japanische Post weiterhin mit den verbleibenden 115.000 Fällen befassen.

Der Bericht zeigte auch, dass 26.036 Kunden nach Abschluss ungünstiger Verträge Abhilfe verlangten. Rückerstattungen für doppelte Gebühren für neue und gekündigte Verträge waren darin inbegriffen. Die Japan Post Insurance hatte geplant, die Vermarktung seiner Versicherungsprodukte am Dienstag wieder aufzunehmen. Doch nach diesem Zwischenbericht wird die Wiederaufnahme auf Januar nächsten Jahres verschoben werden. Dabei werden sie sich auch an der Reaktion der Kunden orientieren und Präventivmaßnahmen ergreifen.

Seit Mitte September Untersuchung der Fälle

Die Financial Services Agency leitete Mitte September eine Vor-Ort-Untersuchung der Japan Post Insurance und der Japan Post Co. ein, die in ihren über 20.000 Poststellen landesweit Versicherungsprodukte verkauften, um mögliche Strafmaßnahmen zu prüfen.

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Japan Post Holdings hat zugegeben, dass Verkaufsquoten zu unzulässigen Verkäufen geführt haben könnten. Die japanische Regierung ist der größte Aktionär von Japan Post Holdings, einem ehemaligen Staatsunternehmen, das 2007 privatisiert wurde.

MA

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