Anzeige
HomeNachrichten aus JapanJapan schiebt sein Ziel zur Gleichberechtigung mehrere Jahre nach hinten

Zieljahr wurde komplett gestrichen

Japan schiebt sein Ziel zur Gleichberechtigung mehrere Jahre nach hinten

Seit Jahren bemüht sich Japan darum für mehr Gleichberechtigung bei den Geschlechtern zu sorgen. Funktioniert hat das bisher eher nur mittelmäßig bis gar nicht gut. Es kommt deswegen nur wenig überraschend, dass die Regierung nun ihre Ziele für die Gleichberechtigung mehrere Jahre nach hinten verlegt hat.

Anzeige

Am Freitag wurde der neue Fünfjahresplan zur Geschlechtergleichstellung offiziell vom Kabinett genehmigt. Nun heißt es nur noch, dass es so früh wie möglich in den 2020er Jahren erreicht werden soll, dass 30 Prozent der Führungskräfte im Land Frauen sind.

Traditionelles Frauenbild bleibt ein Problem

Eigentlich wollte die Regierung das bereits 2020 erreichen, was jedoch nicht mal zur Hälfte gelang. Der vorherige Premierministers Shinzo Abe hatte im letzten Jahr unter dem Namen Womenomics versucht, Frauen als Arbeitskräfte zu fördern. Sie sollen damit dem Arbeitskräftemangel entgegenwirken, der aufgrund der älter werdenden Bevölkerung immer mehr zu einem Problem wird.

LESEN SIE AUCH:  Japan will, dass 35 Prozent der Parlamentskandidaten weiblich sind

Neben der Gleichstellung in der Arbeitswelt sollte es auch in anderen Bereichen Fortschritte bei der Gleichberechtigung geben. So sah der Plan vor, bis 2030 eine Gesellschaft ohne geschlechtsspezifische Vorurteile zu schaffen. Es wurde dabei betont, dass in Japan immer noch ein sehr traditionelles Rollenbild vorherrscht, was es Frauen schwer macht in der Wirtschaft und Politik Karriere zu machen. Von ihnen wird nämlich immer noch vorausgesetzt, dass sie gleichzeitig sich um den Haushalt und die Kinder kümmern.

Regierung sieht Fehlschläge ein

Besonders große Defizite gibt es in der Politik, wo weniger als zehn Prozent der Gesetzgeber weiblich sind. Um die 40 Prozent aller lokalen Versammlung haben überhaupt keine Frau als Mitglied, womit sich Politik in Bezug auf Gleichberechtigung als sehr schwer erweist.

Anzeige

Zumindest gibt aber die Regierung selbst zu, dass ihre bisherigen Bemühungen ein Fehlschlag wären. Die Regierung sei nach eigenen Angaben definitiv nicht in der Nähe der 30-Prozent-Marke und während in anderen Ländern die Gleichberechtigung der Frau vorangeht, geht sie in Japan wohl.

Damit ist die Platzierung beim weltweiten Ranking zur Gleichberechtigung des World Economic Forum gemeint. Von 153 Ländern landete Japan dieses Jahr nur auf 121. Im Jahr 2020 war der Werte noch bei 101, was ebenfalls nicht gut ist.

Keine proaktiven Schritte für die Gleichberechtigung

Der aktuelle Plan hat dabei auch einige wichtige Punkte aus dem Entwurf gestrichen. Es fehlt vor allem an proaktiven Schritten, die Ziele auch wirklich umzusetzen. So fehlt unter anderem die Gesetzesänderung zu verschiedenen Familiennamen. Nach dem aktuellen Gesetz ist es Ehepaaren nicht erlaubt unterschiedliche Nachnamen zu haben.

Etwas wogegen schon sehr lange massiv protestiert wird, auch international. Nicht nur, dass die Paare in ihren Leben eingeschränkt werden, aufgrund des veralteten Geschlechterbildes legt in den meisten Fällen die Frau ihren Namen ab.

Anzeige

Während im Entwurf noch die Rede davon war, dass notwendige Schritte unternommen werden sollen, um die Belastung und die Unannehmlichkeiten für die Ehefrau zu reduzieren, ist davon jetzt nichts mehr zu finden. Stattdessen steht in dem aktuellen Plan, dass die Angelegenheit sorgfältig geprüft werden soll. Es soll dabei die Tradition, die Auswirkungen auf die Kinder und das Gefühl der Familieneinheit berücksichtigt werden.

Anzeige
Anzeige