Anzeige
HomeNewsJapan schneidet international bei der Gleichstellung der Geschlechter im Parlament schlecht ab

Japan rutscht einen Platz tiefer

Japan schneidet international bei der Gleichstellung der Geschlechter im Parlament schlecht ab

Dass Japan beim Thema Gleichstellung der Geschlechter in der Politik kein Vorzeige-Land ist, ist nichts Neues. Jedoch hatte die Regierung versprochen, mehr für die Gleichberechtigung der Frau zu tun. Eine internationalen Studie zeigte jetzt, dass sich aber auch 2020 nicht viel geändert hat.

Die Inter-Parliamentary Union veröffentlichte am Freitag seine regelmäßige Statistik zu Frauen im Parlament. Dafür wurde weltweit der Frauenanteil bis zum 1. Januar 2021 im Oberhaus und Unterhaus oder der Einzelkammer der Parlamente verschiedener Länder ausgewertet.

Frauenquote in Japans Parlament ist weiterhin niedrig

Wenig überraschend schnitt Japan dabei erneut alles andere als gut ab. Das Parlament schaffte es nur auf den Platz 166 von 193 Ländern, was ein Platz weniger als im Vorjahr ist. Gerade mal 9,9 Prozent der Abgeordneten im Unterhaus sind in Japan Frauen. Das sind bei 464 Plätzen nur 46 weibliche Personen.

LESEN SIE AUCH:  Keidanren will 30 Prozent weibliche Führungskräfte bis 2030 in Japan

Beim Oberhaus sehen die Zahlen ein wenig besser aus. Bei 244 Sitzen sind 56 von ihnen mit Frauen belegt. Das entspricht einem Prozentsatz von 23 Prozent. Die Zahl liegt aber weiterhin unter dem gewünschten Ziel der Regierung, mit 30 Prozent Frauenanteil.

Allgemein zeigte die Umfrage jedoch eine positive Entwicklung. Im Durchschnitt hatten die Parlamente weltweit einen Frauenanteil von 25,5 Prozent, was ein Anstieg von 0,6 Prozent ist und damit ein neuer Rekordwert.

Den besten Wert erreichte Ruanda, die beim Oberhaus 61,3 Prozent Frauenanteil aufweisen konnten. Dahinter folgte Kuba mit 53,4 Prozent und auf Platz drei sind die Vereinigten Arabischen Emirate mit 50 Prozent zu finden. Deutschland lag auf Platz 49 mit 31,1 Prozent im Unterhaus.

Japans Versagen fällt auf

In Bezug auf die G7-Länder schnitt Japan am schlechtesten ab und ist das einzige, das eine Platzierung über 100 bekommen hat. Frankreich, Italien und Großbritannien lagen noch vor Deutschland, während die USA es noch auf Platz 67 brachten und Kanada auf die 53.

Auch der IPU fiel das Ergebnis ins Auge, da es ungewöhnlich ist, dass eine Industrienation wie Japan so weit hinten landet. Es zeige aber, dass die japanische Politik trotz all der Versprechungen immer noch von Männern dominiert wird und deswegen Frauen kaum Chancen haben.

Besonders negativ fiel Japan zuletzt international wegen des Sexismus-Skandals rund um den ehemaligen Chef des Olympischen Organisationskomitees von Tokyo auf. Yoshiro Mori hatte während eines Treffens sich sexistisch über Frauen in Vorständen geäußert, was für große Empörung und letztendlich seinen Rücktritt sorgte.

Anzeige
Anzeige

Weitere Themen