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56 ehemalige Staatschefs und Spitzenbeamte von 22 Nationen appellieren an ihre Länder

Japan soll endlich den Atomwaffenverbotsvertrag ratifizieren

Japans ist eins der Länder, die sich sehr deutlich gegen Atomwaffen aussprechen. Während das Land bereits den Atomwaffenverbotsvertrag der UN unterschrieben hat, haben sie ihn noch nicht ratifiziert und kümmern sich auch sonst nicht mehr viel um das Abkommen. Aus diesem Grund wurde das Land von zahlreichen ehemaligen Staatschefs aufgefordert, endlich etwas zu tun.

Am 21. wurde ein offener Brief von 56 ehemaligen Staatschefs und Spitzenbeamten von 22 Nationen, darunter 20 NATO-Länder, an die besagten Länder geschickt. In ihm forderten die Unterstützer die sofortige Ratifizierung des Atomwaffenverbotsvertrags und deren Umsetzung. Auch Vertreter aus Japan und Südkorea haben sich an dem Schreiben beteiligt.

Japans ehemaliger Premierminister fordert die Ratifizierung

Für Japan hat der ehemalige Premierminister Yukio Hatoyama unterschrieben. Ebenfalls sind die ehemalige Außenministerin des Landes Makiko Tanaka und ihr Ehemann Naoki Tanaka, ehemaliger Verteidigungsminister, unter den Namen zu finden. Sie fordern die japanische Regierung auf, den Vertrag zu ratifizieren, da eine Unterschrift allein nicht ausreicht, um ihn offiziell in Kraft treten zu lassen.

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Für Südkorea ist hingegen Ban Ki-moon vertreten, der ehemalige südkoreanische Außenminister und UN-Generalsekretär von 2007 bis 2016. Mit Javier Solana aus Spanien ist auch ein ehemaliger NATO-Generalsekretär dabei, der ebenfalls als Außenminister tätig war.

Viele Staaten unterschreiben Atomwaffenverbotsvertrag nur

In dem Brief heißt es allgemein, dass das Risiko einer nuklearen Explosion in der heutigen Zeit so hoch ist wie noch nie, aufgrund der immer moderneren Entwicklungen. Dazu stellt das Beenden langjähriger Rüstungskontrollabkommen und die reale Gefahr von Cyber-Angriffen eine ernste Bedrohung dar.

Organisiert wurde der offene Brief von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). Die internationale Nichtregierungsorganisation wurde 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet und setzt sich aktiv für die Abschaffung von Atomwaffen ein.

2017 wurde der Vertrag zum Verbot von Entwicklung, Herstellung, Besitz und Einsatz von Atomwaffen von der UN verabschiedet. 82 Nationen unterschrieben ihn zwar, ratifizierten ihn jedoch nicht. Zurzeit gibt es nur von 44 Staaten eine Ratifizierung, es sind allerdings 50 notwendig, damit der Vertrag gültig ist.

Atomwaffen sind eine Gefahr für alle

Japan weigert sich jedoch weiter hartnäckig. Sie begründen es damit, dass es notwendig ist, dass die USA die Waffen zur nuklearen Abschreckung im Rahmen ihrer Allianz mit Japan behalten dürfen. Der Brief geht auf den Punkt ein, dass Japan und die anderen Länder den Schutz der USA nutzen und deswegen sich nicht zum letzten Schritt entscheiden wollen.

Sie sollen sich trotzdem gegen eine Verteidigung mit den Waffen stellen und sich für eine Abrüstung einsetzen, bevor es zu spät ist. Mit fast 14.000 Atomwaffen auf der ganzen Welt gibt es zurzeit eine Zerstörungskraft, die sich niemand vorstellen kann. Der Brief bittet deswegen alle Staatschefs der Länder sofort zu handeln, damit der Schrecken der Atombombenabwürfe auf Nagasaki und Hiroshima 1945 sich nie wiederholen wird.

TAS

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