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HomeNachrichten aus JapanJapan stoppt Pläne zum Aegis Ashore Raketenabwehrsystem

Plötzliche Entscheidung wird nicht wirklich erklärt

Japan stoppt Pläne zum Aegis Ashore Raketenabwehrsystem

Seit Jahren arbeitet die japanische Regierung daran, das landgestützte Aegis Ashore Raketenabwehrsystem in Japan an den Start zu bringen. Dabei gab es Proteste von der Bevölkerung und weitere Schwierigkeiten. Verteidigungsminister Taro Kono gab nun überraschend bekannt, dass sie das Projekt vorerst stoppen.

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Am Montag gab Kono auf einer Pressekonferenz an, dass sie die Pläne für das System auf Eis legen. Premierminister Shinzo Abe soll dabei schon am Freitag die Entscheidung dazu getroffen haben. Kono erklärte, dass sie sich vorerst auf die Raketenabwehr der Aegis Zerstörer verlassen. Einen genauen Grund für die Entscheidung nennt er jedoch nicht. Letzten Monat hatte Japan bereits die Pläne für das System in Akita geändert.

Bevölkerung wehrt sich gegen Pläne

2017 hatte die Regierung beschlossen, dass sie zwei Einheiten des Raketenabwehrsystems aufstellen. Grund dafür war die wachsende Bedrohung durch Nordkorea. Eine Batterie sollte in der Präfektur Akita stehen und die zweite in Yamaguchi. Sie sollten die Zerstörer der Maritime Self-Defense Force ergänzen, die mit Aegis ausgerüstet sind. Ursprünglich hatte Japan geplant, dass das System im Geschäftsjahr 2025 frühestens fertig ist.

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Der Plan kam bei der Bevölkerung allerdings gar nicht gut an. Viele machten sich Sorgen wegen der gesundheitlichen Auswirkung der elektromagnetischen Wellen, die das Radar ausstößt. Ebenfalls ging die Angst um, dass die Gemeinden im Fall eines bewaffnen Konflikts zu Zielscheiben werden.

Ergebnisse zu neuen Standorten wurden nicht veröffentlicht

Die Unzufriedenheit stieg dann noch, als bekannt wurden, dass das Verteidigungsministerium falsche geografische Untersuchungen durchgeführt hatte. Aus diesem Grund musste der Standort im Araya-Distrikt in Akita neu ausgesucht werden.

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An 20 potenziellen Standorten in Tohoku kam es zu einer neuen geografischen Bewertung. Bis zum 20. März war geplant die Ergebnisse vorzulegen, der Zeitplan wurde jedoch wegen des Coronavirus mehrmals nach hinten verschoben.

MS

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