Stats

Anzeige
Home News Japan überarbeitet Plan zum Rückbau des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi zum 5. Mal

Japan überarbeitet Plan zum Rückbau des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi zum 5. Mal

Experten glauben, die japanische Regierung ist viel zu optimistisch

Japan legte am Montag einen überarbeiteten Plan zum Entfernen der Kernbrennstoffabfälle aus dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi vor.

Der bereits zum fünften Mal überarbeitete Plan sieht vor, dass die 4.741 Brennstäbe bis 2031 entfernt werden sollen. In 30 bis 40 Jahren soll das Atomkraftwerk vollständig stillgelegt werden.

Rückbau von Fukushima Daiichi stellt die Regierung und Tepco vor viele Probleme

„Wenn in den Gebieten um das Werk mehr Menschen zurückkehren und den Wiederaufbau vorantreiben, werden wir Maßnahmen ergreifen, die auf dem Grundprinzip des Gleichgewichts von Wiederaufbau und Stilllegung beruhen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Hiroshi Kajiyama.

Da es aber immer wieder zu Problemen kommt, stellt sich auch nun die Frage, ob der gesetzte Zeitplan eingehalten werden kann.

Mehr zum Thema: 
Untersuchungen zur Kernschmelze in Fukushima Daiichi wieder aufgenommen

Die mit Abstand größte Herausforderung besteht darin, die 800 Tonnen Kernbrennstoff, die in den drei Reaktoren geschmolzen sind, zu entfernen, bevor sie am Boden der primären Sicherheitsbehälter aushärten.

Experten halten ein Stilllegungsziel von 30 bis 40 Jahren für zu optimistisch. Einige bezweifeln, dass das Entfernen der gesamten Brennstäbe überhaupt machbar ist, und schlagen einen Ansatz wie bei Tschernobyl vor. Sie wollen, dass man die Brennstäbe dort belässt und wartet, bis sich die Strahlung auf natürliche Weise abbaut.

Wohin mit den Brennstäben des Kraftwerks?

In den drei Reaktoren befinden sich insgesamt mehr als 1.500 Einheiten größtenteils abgebrannter Brennstäbe, die in Wasserbecken gekühlt werden müssen. Sie gehören zu den höchsten Risiken in der Anlage, da die Becken unbedeckt sind und der Verlust von Wasser durch Bauschäden im Falle eines weiteren schweren Bebens dazu führen kann, dass sie schmelzen und massive Strahlung abgeben.

Bis 2031 plant Tepco, in den beiden Einheiten, die den Tsunami überstanden haben, Tausende von Brennstäbe zu entfernen und sie in trockenen Fässern auf dem Gelände zu lagern. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich über 6.300 Brennstäbe in den sechs Reaktorkühlbecken und nur das Becken Nr. 4 wurde geleert.

Wohin mit dem radioaktiven Wasser?

Die Regierung und Tepco haben außerdem das Problem der mehr als 1 Million Tonnen radioaktives Wasser, die vor Ort aufbereitet und gelagert werden, noch nicht gelöst. Dem Energieversorger ist es gelungen, das Volumen zu reduzieren, indem das Grundwasser stromaufwärts gepumpt und umgeleitet sowie eine kostspielige unterirdische Eiswand um die Reaktorgebäude herum aufgebaut wurde, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.

Experten sagen, dass eine kontrollierte Freisetzung des Wassers in den Ozean die einzig realistische Option ist. Seit Jahren diskutiert ein Regierungsgremium Methoden gegen den Widerstand von Fischern und Bewohnern, die befürchten, dass dies ihre Produkte und ihre Gesundheit schädigt.

Japan muss noch einen Plan entwickeln, um die hoch radioaktiven Abfälle aus den Reaktoren zu entsorgen.

Die Entsorgung des Abfalls erfordert neue Technologien, um ihn zu verdichten und seine Toxizität zu verringern. Tepco und die Regierung planen den Bau eines Zwischenlagers für die Abfälle. Es ist jedoch nahezu unmöglich, dass die Öffentlichkeit diesem Plan zustimmen wird. Dies lässt Zweifel aufkommen, dass der Rückbau innerhalb von 40 Jahren abgeschlossen werden kann.

Woher sollen die Arbeitskräfte kommen?

Die Sicherung von Arbeitskräften für das Projekt ist eine weitere Herausforderung, insbesondere in einem Land mit einer schnell alternden und immer kleiner werdenden Bevölkerung.

Tepco kündigte an, im Rahmen des neuen japanischen Visa-Programms ausländische Arbeitskräfte für die Arbeiten einzustellen.

Dieser Plan wurde jedoch ausgesetzt, da es Bedenken wegen der Sprachbarriere gibt.

Insgesamt scheint der überarbeitete Plan der japanischen Regierung zu optimistisch zu sein. Experten warnen davor, dass man die vielen möglichen Probleme nicht eingeplant hat.

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Rolling Sushi - der Japan-Podcast

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück