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Mehrere Mitarbeiter erkrankten bereits an Covid-19

Japan überlegt sämtliche Mautstationen zu automatisieren

Auf Japans Schnellstraßen fällt in einigen Regionen eine Gebühr an. Fahrer bezahlen dabei ganz einfach an den entsprechenden Mautstationen. Aufgrund von Covid-19 haben sich die bemannten Einrichtungen als schwierig erwiesen, weswegen jetzt über einen Wechsel auf rein elektronische Systeme nachgedacht wird.

Das japanische Verkehrsministerium überlegt nach Angaben von Jiji, ob sie alle bemannten Mauterhebungseinrichtungen auf Schnellstraßen auflaufen lassen. Ersetzt werden sollen sie dann durch sogenannte ETC-Autobahnmautsystem, die so gut wie kein Personal benötigen. Die Überlegung kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem bereits mehrere Angestellte an den Stationen sich mit Covid-19 infiziert haben.

Mautstationen mit hoher Kartennutzung sollen zuerst ausgetauscht werden

Besonders in Tokyo haben sich Mitarbeiter angesteckt, die direkten Kontakt mit zahlreichen Fahrern haben und Münzen sowie Rechnungen austauschen. Als Präventionsmaßnahme wurden bereits nicht automatisierte Einrichtungen an 11 Mautstellen eingestellt. Auf Dauer ist das jedoch auch keine Lösung.

Mehr zum Thema:  Japan erhöht das Tempolimit auf Schnellstraßen

Zurzeit beraten sich eine Arbeitsgruppe des Social Infrastructure Development Council und ein Beratungsgremium des Ministers für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus zu der Angelegenheit. Die Einrichtungen sollen nach aktuellen Überlegungen schrittweise geschlossen werden.

Begonnen wird bei Mautstationen, die eine hohe Nutzung von ETC-Karten haben. Ganz billig könnte der Wechsel für Fahrer nicht werden. Um das neue System zu nutzen, benötigen Autofahrer ein bestimmtes Gerät an ihrem Fahrzeug, in das ihre ETC Karte gesteckt wird, um die Gebühren zu bezahlen. Eine ETC Karte gibt es dazu nur mit einer Kreditkarte oder direkt über den Schnellstraßenbetreiber, wobei zusätzlich Kaution und Jahresgebühren anfallen.

ETC-System soll Fahrer wenig belasten

Das Ministerium denkt jedoch darüber nach, wie sie Kosten für Verbraucher niedrig halten können. Unter anderem gibt es die Überlegung, Subventionierungen anzubieten beim Kauf eines Fahrzeugs mit intrigierten ETC-System. Auch über andere Vergünstigungen wird nachgedacht. Trotzdem bleibt die Frage, was mit Fahrzeugen ist, die am Ende trotzdem das System nicht haben.

Ein Vorschlag bisher ist, dass das Kennzeichen automatisch fotografiert wird und das Ministerium über die Nummer dem Fahrer eine Rechnung zukommen lässt. Das würde jedoch noch mehr Kosten und Zeit bedeuten, da auch kleine Fahrzeuge sowie Motorräder vom System erfasst werden müssten. Sie sind nämlich anders als gewöhnliche Autos nicht im Register des Ministeriums, weswegen Fahrer nicht einfach kontaktiert werden können.

Umstellung sollte schnell erfolgen

Es ist dabei nicht das erste Mal, dass über eine Abschaffung des bisherigen Systems gesprochen wird. Das Ministerium wollte das ETC-System bereits bei der Erhöhung der Gebühren einführen. Laut ihnen seien sie günstig und dazu flexibler. Mehr 90 Prozent der Fahrer nutzen dazu bereits ETC-Karten statt Bargeld.

Die Gebühren könnten sich nach Zustand und Status der Straße ganz einfach automatisch anpassen lassen. 2015 wurde von der Arbeitsgruppe eine Studie zur Automatisierung der Mautstation angefragt, zu der es jedoch nicht kam.

Ein hochrangiger Ministerialbeamter drängt nun zur schnellen Umstellung. Es ist zu erwarten, dass aufgrund der derzeitigen Lage sich immer weniger Menschen als Arbeitskräfte melden. Es besteht demnach Gefahr, dass die Mautstellen nicht mehr ausreichend besetzt werden können.

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