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Bericht im Herbst 2023 erwartet

Japan überprüft das Programm für ausländische Praktikanten

Die japanische Regierung hat ein Expertengremium eingesetzt, um das Programm für ausländische Praktikanten zu überprüfen. Das Gremium, das sich aus Wissenschaftlern, Mitarbeitern einiger städtischer Behörden und Juristen zusammensetzt, soll auch Vorschläge für Verbesserungen erarbeiten.

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Das Programm ist in die Kritik geraten, da es in Japan immer mehr Fälle von Belästigung und Missbrauch ausländischer Arbeitnehmer im Rahmen des Programms gibt. Kritiker argumentieren, dass dieses Programm nur dazu dient, dass Unternehmen die Möglichkeit haben, billige Arbeitskräfte zu importieren. Eine Überprüfung des Programms wurde bereits im Juli dieses Jahres angekündigt.

Gremium soll im Herbst einen Bericht vorlegen

Die erste Sitzung des Ausschusses soll bis Ende des Jahres stattfinden. Geplant ist, dass er einmal im Monat zusammentritt und im Frühjahr einen Zwischenbericht vorlegt.

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Ein endgültiger Bericht über das Programm für ausländische Praktikanten soll im Herbst 2023 vorgelegt werden. Die zuständigen Ministerien und Behörden werden danach mit einer Überarbeitung des Programms beginnen.

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Eines der größten Probleme des Programms sind die unzureichenden Informationen, die sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern zu Beginn eines Praktikums zur Verfügung gestellt werden, was zu einer Diskrepanz zwischen Lohn und Qualifikation führt.

Zu den weiteren Problematiken gehören die hohen Schulden, die die Praktikanten aufnehmen müssen, um nach Japan einreisen zu können. Viele Überstunden und ausbleibende Lohnzahlungen sind ebenfalls ein großes Problem. Außerdem sehr bedenklich ist das Fehlen von Rechtsmitteln, die ausländische Praktikanten nutzen können, wenn sie von einem Unternehmen schlecht behandelt werden.

Immer mehr Beschwerden von ausländischen Praktikanten

Das Programm für ausländische Praktikanten wurde von der japanischen Regierung 1993 ins Leben gerufen, damit Menschen aus dem Ausland in der Landwirtschaft und dem verarbeitenden Gewerbe für fünf Jahre im Land arbeiten können. Japan argumentierte, dass dies den Menschen ermöglichen würde, Fachwissen zu erwerben, das sie später in ihrem Heimatland nutzen könnten. Allerdings gab es schnell Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen.

2017 trat ein Gesetz in Kraft, das die Überwachung von Unternehmen, die Menschen aus dem Ausland im Rahmen des Programms beschäftigen, besser kontrollieren sollte. Das Gesetz sollte fünf Jahre, nachdem es in Kraft getreten ist, überprüft werden.

Trotzdem nehmen die Fälle von Jahr zu Jahr zu, in denen die Menschen über schlechte Arbeitsbedingungen, Mobbing und zurückgehaltene Löhne klagen.

Laut der Einwanderungsbehörde arbeiteten bis Ende Juli rund 328.000 Menschen als technische Praktikanten in Japan.

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