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Japan: übertriebene Disziplinierung von Kindern führt zu Misshandlungen

Eltern sehen gerne, dass die eigenen Kinder erfolgreich im Leben sind. Die Bemühungen, das Kind mit Disziplin auf diesem Weg zu unterstützen, kann allerdings auch Misshandlungen nach sich ziehen. Der Tod einer 5-Jährigen bringt dies nun ans Licht.

Im März starb in Tokyo ein 5 Jahre altes Mädchen, nachdem sie von ihren Eltern wiederholt misshandelt worden war. Das Kind wurde zum Lernen angetrieben, indem ihr unter anderem die Nahrung verweigert und sie körperlich misshandelt wurde. Der 33-jährige Stiefvater des Mädchens gab zu, sie geschlagen zu haben. Das Mädchen lebte in einem Raum ohne Licht und musste außerdem jeden Morgen um 4 Uhr aufstehen, um Hiragana zu üben. In ihrem Notizbuch bat sie wiederholt um Vergebung. Die unwürdigen Erziehungsmaßnahmen führten zu Unterernährung und am Ende zum Tod des Mädchens durch eine Sepsis.

Experten mahnen Eltern nun zur Vorsicht vor übertriebener Disziplinierung ihrer Kinder. Disziplinarmaßnahmen können zwar unterschiedliche Ausmaße annehmen, doch dem Kind die eigenen egoistischen Wünsche durch strenge Handlungen aufzuzwingen, grenzt bereits an Kindesmissbrauch, so Karin Ishii, Leiterin des Carillon Children’s Center.

In Japan treten Fälle von Kindesmissbrauch häufiger auf. So fallen unter den sogenannten „pädagogischen Missbrauch“ bei der Kindeserziehung körperliche wie seelische Misshandlungen. In den Jahren 2004 bis 2016 wurden etwa 653 Kinder misshandelt. 81 davon (12 Prozent) fielen unter strenge Erziehungsmaßnahmen, so das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales. Bei allen Todesfällen aufgrund von Missbrauch starben 28 Prozent an disziplinarischer Gewalt. Das Konzept des „pädagogischen Missbrauchs“ wurde 2011 von Junichi Furusho vorgestellt, Professor für Pädiatrie und Psychiatrie an der Aoyama Gakuin Universität. Gewalt und seelische Misshandlungen werden als Teil der Erziehung angesehen, die Grenze zu Missbrauch wird oft ignoriert.

Quelle: Asahi Shimbun

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