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Die genauen Details werden in den kommenden Monaten geklärt

Japan und IOC halten an Olympischen Sommerspielen fest

Kyodo – Der japanische Premierminister Yoshihide Suga und der Chef des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, haben am Montag beschlossen, dass die Olympischen Spiele in Tokyo wie geplant im nächsten Sommer stattfinden werden. Ob dabei Zuschauer zugelassen sein werden oder nicht, wird sich auch durch die weitere Entwicklung der Coronavirus-Pandemie zeigen.

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Bach befindet sich seit Sonntag auf einem viertägigen Besuch in Tokyo und traf am Montag mit Suga zusammen.

Impfungen für Zuschauer und Teilnehmer

Die beiden besprachen die Vorbereitungen für die Sommerspiele und vereinbarten, weiterhin eng zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, da die Zahl der neuartigen Coronavirus-Fälle weltweit weiter zunimmt.

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Nach dem Treffen sagte Bach den Reportern, er sei zuversichtlich, dass die Zuschauer die Spielorte betreten können, um das Sportgeschehen zu verfolgen, und versprach, dass das IOC seine Bemühungen verstärken werde, um sicherzustellen, dass die Zuschauer und Athleten geimpft werden, „falls bis dahin ein Impfstoff verfügbar ist“.

„Bei diesem Treffen waren wir uns völlig einig in der vollen Entschlossenheit und Zuversicht, die Olympischen Spiele Tokyo 2020 und die Paralympischen Spiele im nächsten Sommer hier in Tokyo zu einem großen Erfolg zu machen“, sagte er. „Gemeinsam können wir diese Olympischen Spiele und die olympische Flamme zum Licht am Ende des Tunnels machen“, sagte er.

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Auf einer Pressekonferenz später am Tag schlug Bach vor, dass das IOC einen Teil der Kosten für die Impfung der Teilnehmer gegen die Krankheit COVID-19 übernehmen könnte, falls ein Impfstoff verfügbar wird. Die Gerüchte, dass eine Impfung für Besucher aus Übersee eine Einreisevoraussetzung zu den Olympischen Spielen sei, dementierte er aber.

Dennoch blieb er in Bezug auf die Details vage, darunter die Anzahl der Zuschauer, die in die Stadien gelassen werden sollen, und wann darüber entschieden wird.

Olympische Spiele als Zeichen des Sieges über das Virus

Bei dieser Reise handelt es sich um Bachs erste Reise nach Japan seit der Entscheidung im März, die Olympischen Spiele und Paralympics wegen des Ausbruchs des Virus um ein Jahr zu verschieben.

Die Spiele sollen nun im Jahr 2021 stattfinden, die Olympischen Spiele vom 23. Juli bis zum 8. August und die Paralympics zwischen dem 24. August und dem 5. September.

Verglichen mit vielen anderen Ländern hat Japan die Pandemie relativ unversehrt überstanden. Das Land hat jedoch in den letzten Tagen tägliche Infektionen in Rekordhöhe erlebt, da die Temperatur gesunken ist. Auch die Lockerungen bei den Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Menschen und den Grenzkontrollen tragen zu den steigenden Zahlen bei.

Unter diesen Umständen erneuerte Suga im Beisein von Bach sein Versprechen, dass er „entschlossen“ sei, die Spiele als „Beweis dafür“ auszurichten, „dass die Menschheit das Virus besiegt hat“.

„Ich erklärte, dass wir verschiedene Überlegungen unter der Prämisse anstellen, Zuschauer zu haben, und vereinbarte mit Präsident Bach, eng zusammenzuarbeiten, um eine sichere Olympiade zu verwirklichen“, sagte Suga vor Reportern nach dem etwa 30-minütigen Treffen.

Das Treffen war auch das erste zwischen Bach und Suga, der seit Mitte September Premierminister ist.

Besondere Regeln für Zuschauer der Spiele

Yuriko Koike, die Gouverneurin von Tokyo, die separat Gespräche mit Bach führte, sagte, die japanische Hauptstadt hoffe, durch die Zusammenarbeit mit dem IOC und anderen verwandten Gremien Menschen aus Übersee willkommen zu heißen.

„Tokyo unternimmt gemeinsam mit der japanischen Regierung größte Anstrengungen, um Maßnahmen gegen das neuartige Coronavirus zu ergreifen, und wir sind bestrebt, jeden willkommen zu heißen, auch Sportler aus aller Welt“, sagte Koike gegenüber Bach.

Japan plant nun, ausländische Besucher, die zu den Spielen reisen, von seiner 14-tägigen Quarantänepflicht auszunehmen, wenn sie aus Ländern oder Regionen mit relativ wenigen Coronavirus-Fällen kommen.

Athleten und Mitarbeiter, die vor den Spielen an internationalen Wettkämpfen oder Trainingslagern in Japan teilnehmen, werden ebenfalls von der Quarantänezeit ausgenommen.

Die Regierung wird bis zum nächsten Frühjahr entscheiden, ob sie Zuschauern aus Übersee die Teilnahme an den Spielen gestattet.

Durchführung nicht unumstritten

Japan verzeichnete letzte Woche einen neuen Tagesrekord mit mehr als 1.600 Infektionen und übertraf damit den bisherigen Spitzenwert von Anfang August.

Medienumfragen haben ergeben, dass die japanische Öffentlichkeit über die Ausrichtung der Spiele in der japanischen Hauptstadt geteilter Meinung ist.

Eine Kyodo News-Umfrage im Oktober ergab, dass 37,6 Prozent der Befragten der Meinung waren, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele abgehalten werden sollten, während 31,8 Prozent sagten, dass die Spiele erneut verschoben werden sollten und 24,1 Prozent sagten, dass sie abgesagt werden sollten.

Am Nachmittag traf Bach mit dem ehemaligen Premierminister Shinzo Abe zusammen, der die Führung des Landes innehatte, als Tokyo die Bewerbung um die Austragung der Spiele 2020 gewann, aber aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste.

Bach verlieh ihm den Olympischen Orden, die höchste Auszeichnung des IOC, für seine Verdienste um die Ausrichtung der Spiele.

Am Dienstag ist ein Besuch Bachs im Athletendorf und im Nationalstadion vorgesehen. Das im November 2019 fertiggestellte Stadion wird während der Spiele in Tokyo für Leichtathletik und Fußball sowie für die Eröffnungs- und Schlusszeremonie genutzt werden.

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