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Japan und seine verschwindenden Strände

Experten fordern Maßnahmen und Überwachung

Japan besitzt viele kleine und große Strände, die mit ihrer Einzigartigkeit viele Touristen anziehen. Doch aktuell verschwinden immer mehr von den Sandmassen, die das Meer regelrecht frisst. Ein großes Problem, bei dem Japan noch nicht so recht weiß, wie sie es beseitigen sollen.

Strände in ganz Japan besaßen 1990 noch durchschnittlich eine Breite von 70 Metern. 1950 waren es dann schon nur noch 66 Meter und 1990 nur noch 43 Meter. Grund für das Verschwinden von Strandresorts ist die Entwicklung nach dem Krieg. Viele Küstengebiete verschwanden durch den Bau von Dämmen und die Grabung nach Kies.

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Gleichermaßen spielt jedoch die Klimaerwärmung und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels eine große Rolle. Da das Meer steigt, verschwinden immer mehr Küstengebiete und Inseln. Schon seit Jahren beobachtet die Regierung deswegen kleinere Inseln, in der Hoffnung rechtzeitig eingreifen zu können, wenn sie zu verschwinden drohen.

Doch bisherige Maßnahmen bringen bei den Stränden nicht viel. Nach aktuellen Schätzungen von Keiko Udo von der Tohoku-Universität wird es bis zum 21. Jahrhundert 40 bis 90 Prozent der Strandgebiete in Japan nicht mehr geben. Neben dem steigenden Meeresspiegel sind Taifune und hohe Wellen gleichermaßen ein Problem, die aufgrund der Klimaerwärmung vermutlich zunehmen. Gleichzeitig sind Strände wichtig bei Tsunamis, da sie Wellen verringern und bremsen.

Udo macht deutlich klar, wie ernst die Sache ist. Ein Sandstrand ist auf ein Gleichgewicht von Sandzufluss und Sandverlust angewiesen. Wenn ein Strand bereits verschwunden ist, ist es deswegen kaum möglich, ihn wieder herzustellen.

Aktuelle Maßnahmen sind kostspielig

Ein Bericht des Japan Productivity Center zeigt, dass mit den schwindenden Stränden gleichermaßen die Besucher ausbleiben. Während 1985 noch stolze 37,9 Millionen Menschen Strände in Japan besuchten, waren es 2017 nur noch 6,6 Millionen. Doch nicht nur dem Tourismus droht Gefahr. Gleichermaßen könnten ganze Ökosysteme kaputtgehen. Strände sind häufig der Lebensraum von vielen Tieren und Laichplätze für Meeresschildkröten. Mit dem Sand verschwinden demnach ebenfalls die Tiere.

Mittlerweile gibt es deswegen schon Maßnahmen, um die Gebiete zu retten. Strukturen sollen den Sandverlust verringern oder Gemeinden versuchen, mit Aufschüttungen zu helfen. Derartige Projekte sind allerdings kostspielig und deswegen nicht für jeden Ort möglich. Aus diesem Grund gibt es seit Juni die schriftliche Forderung von einem Expertengremium vom Landwirtschaftsministerium, nach rückwirkenden Maßnahmen zu einem adaptiven Management mit Schwerpunkt auf Prognosen.

Einklang von Umweltschutz, Katastrophenschutz und Tourismus

Unter anderem gibt es den Vorschlag, sogenannte Kontrolluntersuchungen durchzuführen. Dadurch soll sich erschließen, was die Ursachen für das Verschwinden sind und wie sie sich beseitigen oder dämpfen lassen. Dazu soll es allgemein Maßnahmen geben, die Sandstrände auf ihrer notwendigen Breite halten und ein Schrumpfen verhindern.

Weiter empfiehlt das Gremium, alle Strände in einer Liste aufzunehmen und die Präventionsmaßnahmen dauerhaft zu untersuchen. Eigentlich sollte das schon das Küstengesetz von 1999 erreichen, doch nach 20 Jahren sind noch immer nicht alle Strände vollständig durch die Behörden erfasst.

Wie dringend die neuen Ansätze sind, erklärte Satoquo Seino von der Kyushu Universität. Bisherige Teilmaßnahmen sind keine Lösung für die Zukunft. Neue Praxismöglichkeiten sind deswegen ein wichtiger Ansatz für die Regionen, die noch einen langen Weg vor sich haben. Besonders Gespräche zwischen Gemeinen und Organisationen sind für ihn der Schlüsse. Dabei spielt der Einklang von Umweltschutz und Katastrophenschutz die größte Rolle, sowie der Erhalt des Charmes der Küstengebiete.

Quelle: TAS

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