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Japan unternimmt weitere Maßnahmen gegen den Coronavirus

Touristen können zur medizinischen Untersuchung gezwungen werden

Japan unternimmt weitere beispiellose Maßnahmen, um gegen das neue Coronavirus zu kämpfen. Zwar weiß man noch nicht viel über das Virus, aber ausländischen Reisende, die aus der chinesischen Provinz Hubei kommen, wird die Einreise nach Japan generell verweigert.

Die offizielle Ausweisung des Coronavirus als spezielle Infektionskrankheit am Samstag – eine Woche früher als ursprünglich geplant – gibt Japan die rechtliche Grundlage, um Zwangsmaßnahmen durchzusetzen, die auch das Verbot der Einreise von mit dem Virus infizierten Ausländern umfassen, unabhängig davon von wo sie herkommen.

Ausländische Touristen können zur ärztlichen Untersuchung gezwungen werden

Im Rahmen der neuen Maßnahmen können die japanischen Behörden ausländische Reisende, die im Verdacht stehen, infiziert zu sein, an ihrem Ankunftsort zu einer ärztlichen Untersuchung zwingen. Eine Zwangsunterbringung in einem Krankenhaus ist ebenfalls möglich.

Angesichts der steigenden Anzahl von Infektionen in Japan warnt Premierminister Shinzo Abe vor Fällen, in denen infizierte Menschen keine Symptome wie Fieber, Husten oder Lungenentzündung aufweisen. Es kann schwierig sein herauszufinden, wer infiziert ist, es sei denn, es werden Virentests durchgeführt.

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Ausländer, die innerhalb von zwei Wochen – der geschätzten Inkubationszeit des Virus – vor ihrer Ankunft in Japan in Hubei waren, werden nicht mehr in das Land gelassen. Ausländer müssten jetzt auf Flughäfen angeben, ob sie in dieser Zeit in Hubei gewesen seien, so japanische Beamte.

Inhabern chinesischer Pässe, die in der chinesischen Provinz ausgestellt wurden, ist die Einreise grundsätzlich untersagt. Sie unterliegen den Vorsichtsmaßnahmen, unabhängig davon, ob sie Symptome aufweisen oder nicht.

Ausbruch des Coronavirus muss bekämpft werden

„Wir müssen Schritte vorbereiten, um den Ausbruch zu bekämpfen, indem wir etwas verwenden, das objektiv ist“, sagte ein japanischer Regierungsbeamter über die Entscheidung der japanischen Regierung.

Die Schritte erfolgten, nachdem die Weltgesundheitsorganisation am Donnerstag einen weltweiten Notstand ausgerufen hatte und die Opposition die japanische Regierung dafür kritisiert hatte, nicht genug getan zu haben, um das Virus abzuwehren.

Nach einem zweiten Dringlichkeitstreffen erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus jedoch, die Organisation habe beschlossen, unter den gegenwärtigen Umständen keine Reise- oder Handelsbeschränkungen zu empfehlen.

Die Anzahl der bestätigten Fälle des neuen Coronavirus, das im Dezember aufgetreten ist, ist in China auf über 10.000 angestiegen. In Japan betrug die Zahl der Infizierten, einschließlich derjenigen, die aus Wuhan anreisen, am Freitag 17 Menschen.

Chinesen machten 2019 30 Prozent der Touristen aus

Japan hat in den letzten Jahren eine wachsende Zahl ausländischer Besucher angezogen. Chinesische Reisende machten 2019 rund 30 Prozent der Gesamtzahl aus. Japanische Regierungsbeamte sagen, es sei kein generelles Verbot für Inhaber von in Hubei ausgestellten chinesischen Pässen, da unter besonderen Umständen Ausnahmen gemacht werden.

Es ist jedoch noch unklar, ob beispielsweise ein Fall, in dem eine Person einen in Hubei ausgestellten chinesischen Pass besitzt, jedoch in einer anderen Provinz oder einem anderen Land lebt, eine Ausnahme rechtfertigt. Es besteht auch Unsicherheit darüber, ob ein chinesischer Staatsbürger mit einem Reisepass aus Hubei, der mit einem Japaner verheiratet ist, nach Japan einreisen darf.

Auf umfassenden Ausbruch des Coronavirus vorbereitet sein

Die Beschränkungen werden vorerst bestehen bleiben, sagte Abe. „Es wird von der Möglichkeit eines umfassenden Ausbruchs abhängen.“ Mit Blick auf die Zukunft bereitet sich Japan auch darauf vor, Passagiere auf allen Flügen von China nach Japan zu befragen, ob sie in Wuhan waren und mit Fragebögen den Gesundheitszustand herausfinden, so Regierungsbeamte.

Die Japan National Tourism Organization hat eine Hotline für ausländische Touristen, die Hilfe in Notfällen benötigen. Sie können sich auch auf Englisch, Chinesisch und Koreanisch unter 050-3816-2787 nach dem neuen Coronavirus erkundigen.

Kyodo

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