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Keine Strafen bei Verstößen

Japan verbietet körperliche Bestrafung von Kindern, aber ohne Strafen

Am Mittwoch war es so weit, Japan hat ein Gesetz verabschiedet, dass Eltern und Erziehungsberechtigten verbietet Kinder körperlich zu bestrafen, allerdings ohne Strafen für Verstöße.

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Eine weitere Änderung der Gesetze stärkt nun auch die Möglichkeiten von Kinderschutzzentren in Missbrauchsfällen einzugreifen und Eltern ein Kind zu entziehen.

Allerdings legt das Gesetz keine Strafen für Verstöße fest, Japan verlässt sich vollständig auf den guten Willen von Erziehungsberechtigten. Laut dem Gesetz ist es Eltern, Pflegeeltern und Leitern von Kindertagesstätten verboten, Kinder körperlich zu bestrafen um sie zu disziplinieren.

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Die meisten Inhalte der überarbeiteten Gesetze werden im kommenden April in Kraft treten. Einige neue Regelungen werden allerdings sofort gültig, darunter die Stärkung von Kinderschutzzentren.

Mehrere Todesfälle aufgrund von Missbrauch

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In Japan häufen sich die Todesfälle aufgrund von Missbrauch, im März 2018 starb ein 5-jähriges Mädchen in Tokyo, nachdem sie verzweifelt ihre Eltern darum gebeten hatte, dass sie ihr verzeihen und aufhören sie zu Misshandeln.

Im Januar dieses Jahres starb ein 10-jähriges Mädchen in der Präfektur Chiba. Der Vater hatte sich an dem Kind vergangen. Die Mutter gab an, dass sie ihn nicht aufhalten konnte.

Anfang diesen Monat wurde ein Kind in Sapporo tot aufgefunden, die Mutter und ihr Freund wurden daraufhin wegen Verdachts des schweren Missbrauchs verhaftet.

Bei diesem Fall wurde das Versagen des Kinderhilfszentrums besonders deutlich, da die Polizei mehrmals Hinweisen nachgehen wollte und das Zentrum Hilfsanfragen ablehnte.

Beim Fall des 10-jährigen Mädchens in Chiba hatte der Vater die  Unterlagen angefordert und so erfahren, dass das Kind angegeben hatte, dass es missbraucht wurde.

Schnellerer Informationsaustausch, mehr Beratung

Die nun überarbeiteten Gesetze verpflichten Schulen, Schulbehörden und Mitarbeiter von Kinderhilfszentren, Fallinformationen vertraulich zu behandeln.

Außerdem sollen die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Behörden und den Kinderhilfszentren besser koordiniert werden. Dafür sollen auch die Informationen schneller ausgetauscht werden.

Um Eltern, die ebenfalls Missbrauch erlebt haben, zu helfen und Missbrauch zu vermeiden, sollen diese umfangreich beraten und betreut werden.

Die überarbeiteten Gesetze sollen nach 2 Jahren noch einmal überprüft und, falls nötig, angepasst werden.

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