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Hausbesuche werden kaum angeboten

Japan vergisst seine bettlägrigen Senioren beim Impfen

In Japan wird zurzeit die Impfkampagne immer weiter ausgebaut, da möglichst schnell viele Menschen geimpft werde. Allerdings werden die Senioren vergessen, die nicht selbstständig das Haus verlassen können.

Aufgrund des Mangels an Impfstoff konzertieren sich zurzeit viel Kommunalregierungen bei ihren Impfprogrammen auf Einzelimpfungen in medizinischen Einrichtungen und auf Gruppenimpfungen an großen Orten. Hausbesuche werden deswegen kaum durchgeführt, obwohl sie eigentlich dringend notwendig ist.

Kommunalverwaltung können den Senioren oft nicht helfen

Bettlägrige Personen haben es zurzeit sehr schwer eine Impfung zu bekommen, obwohl sie priorisiert werden. Viele Betroffene wissen dabei nicht, wie sie Hilfe bekommen können. Ein 74 Jahre alter Mann erklärte, dass in der Broschüre seiner Stadt keine Informationen für Personen stehen, die Schwierigkeiten haben das Haus zu verlassen. Hausbesuche werden laut der Stadt nicht angeboten.

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Um die Impfung seiner bettlägrigen Frau, die er pflegt, muss er sich deswegen selbst kümmern. Um sie zum einzigen Impfzentrum zu bringen, müsste sie auf einer Trage mit einem Spezialtaxi transportiert werden. Die Hin- und Rückfahrt würde etwa drei Stunden dauern, was zu viel für die Frau ist. Sie haben deswegen aufgeben, die wichtige Spritze zu bekommen.

Das Paar ist kein Einzelfall und viele Senioren fühlen sich vergessen. Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales schreibt auf seiner Webseite, dass es Möglichkeiten gibt und sich Betroffene an ihren Pflegedienst oder die Kommunalverwaltung wenden sollen. Diese bietet jedoch meistens gar keine Hilfe an.

So bietet die Großstadt Kobe Einzel- und Gruppenimpfungen an. Was sie bei Menschen tun, die beides nicht nutzen können, wissen sie bis jetzt noch nicht. Die Stadtregierung von Kitakyushu ist schon etwas weiter und plant mit dem örtlichen Ärzteverband an einer häuslichen Versorgung durch Hausärzte.

Regierung will nicht reagieren

Tokyos Arakawa Bezirk will hingegen im Juni mit einem medizinischen Team Senioren zu Hause impfen. Die vorhandenen Hausimpfungen, machen aber auch Probleme, da nur wenige pro Tag durchgeführt werden können, da sich der Impfstoff nicht so lange hält. Wartelisten sind aus dem Grund lang.

Professor Yasuhiro Yuki fordert deswegen, dass die Zentralregierung die Angelegenheit nicht nur den Kommunalverwaltungen überlässt und Richtlinien für Impfungen in Wohnhäusern erarbeitet. Es ist dabei wichtig, die Bedürfnisse der Menschen zu verstehen und auf sie einzugehen. Auch die kürzliche Zulassung der Impfstoffe AstraZeneca und Moderna könnten helfen.

Das Ministerium erklärte, dass sie sich dem Problem bewusst sind. Sie überlegen deswegen die Bemühungen einzelner Gemeinden als Modellfälle hervorzuheben, damit andere sich ein Beispiel nehmen und aktiver Senioren sowie anderen Betroffenen helfen. Eine wirkliche Lösung konnten sie allerdings nicht anbieten und neue Regelungen sind ebenfalls nicht geplant.

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