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Entscheidung verschoben

Japan verschiebt Entscheidung über kontaminiertes Wasser aus Fukushima

Japan hat eine Entscheidung, behandeltes kontaminiertes Wasser aus dem Atomkraftwerk Fukushima ins Meer abzulassen, aufgeschoben.

Nachdem Medien berichtet hatten, dass eine Entscheidung Ende Oktober gefällt werden soll, gab es von vielen Seiten heftige Kritik.

Noch keinen Termin für eine Entscheidung über den Umgang mit dem Wasser

Wirtschafts-, Handels- und Industrieminister Hiroshi Kajiyama sagte auf einer Pressekonferenz am Freitag, die japanische Regierung habe nicht vor, eine Entscheidung darüber zu fällen, was mit den über 1,2 Millionen Tonnen an behandeltem Wasser geschehen solle.

Laut Regierungsquellen sollte eine Entscheidung am Dienstag gefällt werden.

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Der japanische Premierminister Yoshihide Suga sagte letzten Monat während eines Besuchs im Kernkraftwerk Fukushima Nr. 1, das nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011 havarierte, dass die Regierung so bald wie möglich eine Entscheidung darüber treffen wolle, wie mit dem Wasser umgegangen werden solle.

„Wir sind nicht in einem Stadium, in dem wir den genauen Zeitpunkt einer Entscheidung über den Umgang mit dem gespeicherten Wasser bekannt geben können“, so Kajiyama. „Wir wollen mit der Angelegenheit sorgfältig fortfahren.“

Das Wasser, das zur Kühlung der beschädigten Reaktoren verwendet wird, wird mit einem Flüssigkeitsverarbeitungssystem (ALPS) behandelt, um alle radioaktiven Stoffe mit Ausnahme von Tritium zu entfernen. Das Wasser wird zurzeit in Tanks gelagert.

Die Lagerkapazität wird voraussichtlich bis zum Sommer 2022 erschöpft sein, da das kontaminierte Wasser um etwa 170 Tonnen pro Tag zunimmt.

Viele Bedenken und Kritik

Mehrere Teilnehmer einer Regierungssitzung, die am Freitag einberufen wurde, um zu erörtern, was mit dem Wasser passieren soll, sagten, dass gründliche Maßnahmen erforderlich seien, um den Reputationsschaden für die Fischerei der Region anzugehen, der durch die Freisetzung des Wassers in die Umwelt erwartet wird.

Kajiyama, der den Vorsitz des Treffens führte, äußerte die Notwendigkeit weiterer Gespräche mit den Einheimischen.

„Es besteht die Notwendigkeit, unsere Diskussionen weiter zu vertiefen, indem wir auf die von lokalen Bürgern, Gemeinden und verwandten Organisationen geäußerten Bedenken eingehen.“

Teilnehmer aus anderen Ministerien, darunter die für den Wiederaufbau nach der Katastrophe von 2011 und die Fischereiindustrie zuständigen Ministerien, forderten gründliche Maßnahmen, um die Auswirkungen der Freisetzung des gespeicherten Wassers anzugehen.

Die japanische Regierung hat seit April bisher sieben Sitzungen zu diesem Thema einberufen und Stellungnahmen von Vertretern von 29 Organisationen eingeholt.

Darüber hinaus hat sie 4.011 öffentliche Stellungnahmen erhalten, von denen etwa 2.700 Bedenken über die Auswirkungen des behandelten Wassers auf die menschliche Gesundheit und etwa 1.400 Bedenken über den Entscheidungsprozess äußerten.

Auch Südkorea, das derzeit die Einfuhr von Meeresfrüchten aus Fukushima verbietet, hat wiederholt Besorgnis über die Auswirkungen auf die Umwelt geäußert. Kritik kam auch von China.

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation, Rafael Grossi, sagte bei seinem Besuch der Anlage im Februar, dass die Einleitung des behandelten Wassers ins Meer den weltweiten Standards der Praxis in der Branche entspricht.

Dies sei ein üblicher Weg, Wasser in Kernkraftwerken auf der ganzen Welt freizusetzen, auch wenn sie sich nicht in Notfallsituationen befinden, so Grossi.

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