Stats

Anzeige
Home News Japan will 100 Kohlekraftwerke stilllegen

Regierung plant große Energiewende

Japan will 100 Kohlekraftwerke stilllegen

Japan hat schon im letzten Jahr deutlich gemacht, dass sie den CO2-Emissionen den Kampf ansagen. Allerdings waren die Maßnahmen bis jetzt nur zögerlich. Umso überraschender ist jetzt die Nachricht, dass die Regierung wohl in den kommenden zehn Jahren 100 Kohlekraftwerke schließen will.

Eine Regierungsquelle gab am Donnerstag an, dass die Regierung an einem derartigen Plan arbeitet. Obwohl kein genaueres Datum genannt wurde, soll der Industrieminister Hiroshi Kajima demnächst die Entscheidung bekannt geben. Zu dem Plan soll ein Regierungsgremium gegründet werden, was Elektrizitätsversorgung von Kohlekraft wegbringen soll.

Mehrheit der Kraftwerke sollen verschwinden

Da Kohlekraft einen großen Teil der Energieversorgung im Land ausmacht, wird es vermutlich kein einfaches Unterfangen. Etwa ein Drittel des Energiebedarfs in Japan wird durch Kohle gedeckt. Insgesamt gibt es 114 Kohlekraftwerke im Land. Die 100 ineffizientesten davon sollen durch die Regierung bis 2030 verschwinden. Das bedeutet, dass weiterhin 14 noch in Betrieb bleiben werden.

Mehr zum Thema:
Tepco plant 2 Billionen Yen in Ökostrom zu investieren

Als Alternative sind erneuerbare Energien wie Windkraft und Solarparks geplant. Bis jetzt machen sie nur maximal 17 Prozent der Energieversorgung im Land aus, das soll sich allerdings ändern. Nach bisheriger Planung wird ein Anteil von bis zu 34 Prozent angestrebt.

Neben den umweltfreundlichen und sicheren Möglichkeiten will die Regierung jedoch ebenfalls auf Atomkraft setzen. Zahlreiche abgeschaltete Reaktoren sollen deswegen wieder ans Netz gehen. Hier soll der Anteil von drei Prozent auf bis zu 22 Prozent erhöht werden.

Japan wandelt sich nur langsam

Die Entscheidung kommt nach der harschen Kritik im März. Japan hat bekannt geben, dass sie bis 2030 nach den Pariser Abkommen die CO2-Emissionen um 26 Prozent senken. Viele sahen das als deutlich zu wenig an. Letzten Dezember wurde dazu Japan von einer Umweltgruppe gleich zweimal mit dem Preis „Fossil des Tages“ ausgezeichnet, da Japan bei der Klimakonferenz 2019 nicht der Kohlekraft abschwören wollte, trotz des Versprechens zur Emissionssenkung.

Im Ausland unterstützt Japan ebenfalls die dreckige Energie. Sie fördern so weiterhin Kohletechnologie in Entwicklungsländern. Begründet wird es damit, dass einige Länder der Welt sich einen Umstieg von Kohlekraft weg noch nicht leisten können. Die Verbesserung der Effizienz sei deswegen vorerst wichtiger und realistischer.

MS

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige