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Wie auch in Deutschland gibt es allerdings Fragen zum Datenschutz

Japan will Anfang Mai App zur Verfolgung des Coronavirus anbieten

Auch Japans Regierung möchte ab Anfang Mai eine App anbieten, die Smartphone-Nutzer warnt, wenn sie mit jemandem in Kontakt gekommen sind, der mit dem Coronavirus infiziert war. Wie in Deutschland wird dabei aber vielfach die Frage nach dem Datenschutz gestellt.

Das System wurde von der Regierung von Singapur in Auftrag gegeben. Es basiert auf einer Kontaktverfolgung. Dabei werden nahe gelegene Telefone, auf denen die Anwendung installiert ist, erkannt und aufgezeichnet. Wenn bei einem der Benutzer eine Infektion mit dem Coronavirus diagnostiziert wird, wird eine Warnmeldung an diejenigen gesendet, die in engem Kontakt waren.

Sinnvolle App, aber Fragen zum Datenschutz

„Es ist ein äußerst wirksames Mittel, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern“, sagte der Minister für Informationstechnologiepolitik, Naokazu Takemoto, auf einer kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz und fügte hinzu, dass weitere Schritte erforderlich seien, um sicherzustellen, dass die Privatsphäre der Benutzer geschützt wird und öffentliche Gesundheitszentren einbezogen werden.

„Es wird nur sinnvoll sein, wenn jeder die App benutzt, deshalb werden wir uns bemühen, sie zu fördern“, sagte Takemoto. Die Regierung hat bei der Entwicklung der App mit der gemeinnützigen Organisation Code for Japan zusammengearbeitet.

Information über Kontakt mit infizierter Person

Die Software wird die Zeit, das Datum, die Entfernung und die Dauer jedes engen Kontakts mit anderen Nutzern der App verschlüsselt aufzeichnen, aber ihre Geolokalisierungsdaten aus Datenschutzgründen nicht speichern.

Benutzer, die in engem Kontakt mit einer Person waren, bei der die durch das Coronavirus verursachte Atemwegserkrankung COVID-19 diagnostiziert wurde, werden alarmiert, aber nicht darüber informiert, wann und wo sie sich in unmittelbarer Nähe befunden haben, und auch nicht über die Identität der infizierten Person.

Um Missbrauch zu verhindern, dürfen nur Beamte die Information herausgeben, dass bei einem Anwender das Coronavirus diagnostiziert wurde.

App beschleunigt den Vorgang der Nachverfolgung des Virus

Code für Japan sagte, dass die App sofortige Warnungen liefern wird, da die derzeitigen Rückverfolgungsstudien, die auf Interviews mit infizierten Personen basieren und von Beamten öffentlicher Gesundheitszentren durchgeführt werden, zeitaufwendig sind und einige Personen die besuchten Orte nicht preisgeben wollen oder sich nicht an diese erinnern können.

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Die NPO sagte, die App würde einer Person, die über die Möglichkeit einer Infektion informiert wurde, dabei helfen, Schritte zur Verhinderung der Ansteckung anderer Personen zu unternehmen.

Singapur und Australien nutzen die App bereits

Singapur startete seine App Ende März und Australien führte am Sonntag eine ähnliche Software ein. Großbritannien und Deutschland erwägen ebenfalls, diesem Beispiel zu folgen.

In einer seltenen Verbindung zwischen den rivalisierenden Technologieriesen Apple Inc. und Google LLC sagten diese am 10. April, dass sie bei der Entwicklung einer dezentralisierten Rückverfolgung unter Verwendung der Bluetooth-Technologie zusammenarbeiten werden, um Smartphone-Benutzer zu alarmieren, die sich in der Nähe von infizierten Personen aufgehalten haben.

Den US-Medien zufolge beträgt die Gesamtzahl der Nutzer von Apples iPhones und Smartphones, die mit Googles Android-System arbeiten, etwa 3 Milliarden, mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung.

Drittorganisation aus Datenschutzgründen notwendig

George Shishido, ein Professor an der Universität von Tokyo, der sich gut mit dem Schutz der Privatsphäre auskennt, sagte, dass eine Drittorganisation benötigt wird, um den Betrieb von Tracing-Apps zu überprüfen, um sicherzustellen, dass persönliche Daten geschützt sind.

„Das Vertrauen der Benutzer ist eine Voraussetzung für die Schaffung einer Gesellschaft, die Daten effektiv nutzt. Dieser Fall wird ein Lackmustest sein“, sagte Shishido.

kyodo

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