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Hohe Zahl an Missbrauchsfällen

Japan will das technische Praktikanten-Programm umfassend prüfen

Die japanische Regierung hat erklärt, dass sie das Programm für technische Praktikanten umfassend überprüfen will, um das Problem der mangelnden Unterstützung zu lösen.

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Es wird immer wieder über Missbrauchsfälle von Menschen aus dem Ausland berichtet, die im Rahmen des Programms nach Japan gekommen sind. Darüber hinaus wird das Programm dafür kritisiert, dass japanische Unternehmen es oft nutzen, um billige Arbeitskräfte zu bekommen.

Expertengremium soll das Programm für technische Praktikanten umbauen

Japans Justizminister Yoshihisa Furukawa äußerte die Notwendigkeit, den Zweck des technischen Praktikanten-Programms und die tatsächliche Funktionsweise des Systems in Einklang zu bringen.

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„Es handelt sich um ein System, das es Praktikanten schwer macht, eine berufliche Laufbahn einzuschlagen, und das strukturell anfällig für Menschenrechtsverletzungen ist“, so Furukawa auf einer Pressekonferenz. „Ich möchte dieses seit langem bestehende Problem zu einem historischen Abschluss bringen.“

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Die japanische Regierung plant, bis Ende dieses Jahres ein Expertengremium einzurichten, um eine Überarbeitung des Programms voranzutreiben.

Viele Probleme

Bei einer Gesprächsrunde Anfang des Jahres wurde erklärt, dass der Zweck des Programms darin besteht, durch die Entwicklung von Humanressourcen einen Beitrag zur internationalen Gemeinschaft zu leisten, doch in Wirklichkeit würden Ausländer eingesetzt, um einen Arbeitskräftemangel auszugleichen.

Zudem wurde auch darauf hingewiesen, dass sowohl die Praktikanten als auch die Arbeitgeber vor Beginn der Praktika nicht ausreichend informiert werden, was zu einer Diskrepanz zwischen den gezahlten Löhnen und den vermittelten Fähigkeiten führt.

Zu den weiteren Problemen, die aufgetreten sind, gehören die hohen Schulden der Praktikanten für die Einreise nach Japan, die illegalen Arbeitszeiten haben und der ausbleibende Lohn.

Praktikanten dürfen für fünf Jahre in Japan bleiben

Japan führte das Ausbildungsprogramm für Ausländer 1993 ein, vorwiegend für die Landwirtschaft und das verarbeitende Gewerbe, wobei die Praktikanten bis zu fünf Jahre an solchen Arbeitsplätzen tätig sein dürfen.

2017 trat ein Gesetz in Kraft, das die Überwachung von Unternehmen und Betrieben, die Ausländer im Rahmen des staatlichen Trainee-Programms aufnehmen, verschärft und eine Überprüfung des Programms fünf Jahre nach dessen Inkrafttreten vorsieht.

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