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System soll mehr Verwendung finden

Japan will die Krankenversicherungskarte durch „My Number“ ersetzen

Die japanische Regierung will die Krankenversicherungskarte durch die Sozialversicherungs- und Steuernummer „My Number“ ersetzten, um die Akzeptanz der Nummer zu fördern.

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Die Regierung erwägt, dieses Ziel in ihrem wirtschafts- und finanzpolitischen Grundsatzplan, der im Juni fertiggestellt werden soll, zu formulieren.

„My Number“ als Teil der digitalen Transformation

Die Förderung der „My Number“ ist Teil der japanischen Regierungsinitiative zur Förderung der digitalen Transformation, zu der auch die Reform der medizinischen und pflegerischen Versorgung Japans unter Einsatz digitaler Technologie gehört.

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Um das Ziel zu erreichen, die Krankenversicherungskarte zu ersetzen, sollen medizinische Einrichtungen und Apotheken verpflichtet werden, dieses System einzuführen, damit Menschen dort die Nummer ab 2023 nutzen können. Bis Ende 2024 soll ein Rahmen geschaffen werden, in dem Versicherer selbst entscheiden können, ob sie weiterhin eigene Krankenversicherungskarten ausgeben wollen.

Bereits seit Oktober 2021 kann die „My Number“ als Krankenversicherungskarte genutzt werden, allerdings unterstützen nur wenige medizinische Einrichtungen bisher das System.

Technische Hürden müssen gelöst werden

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Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hatten bis zum 15. Mai etwa 130 000 Einrichtungen, also rund 58 Prozent aller medizinischen Einrichtungen in Japan, einen Antrag auf ein Kartenlesegerät gestellt.

Aufgrund von Halbleiterknappheit und der Pandemie können jedoch nur 40.000 Einrichtungen, ca. 19 Prozent, mit Geräten beliefert werden.

Japan muss also noch einige Hürden überwinden, bevor die „My Number“ landesweit überall zum Einsatz kommen kann.

Plattform soll Austausch medizinischer Daten vereinfachen

Zur digitalen Transformation gehört auch die Einrichtung einer landesweiten Plattform für den Austausch medizinischer Informationen, was wahrscheinlich ein Teil des Basisplans sein wird.

Die Plattform wird ein standardisiertes elektronisches Krankenblattformat haben und ein Ort sein, an dem die Verschreibungs- und Impfdaten der Patienten ausgetauscht werden können.

Die japanische Regierung will auch die ausufernden Gesundheitskosten des Landes senken, indem sie die digitale Reformpolitik auf die routinemäßige Büroarbeit der medizinischen Einrichtungen anwendet. Das schließt auch die Abrechnung mit den Krankenkassenverbänden ein und es ist geplant, diese Initiative ebenfalls in den Basisplan aufzunehmen.

Unbeliebtes System

„My Number“ ist eine 12-stellige Zahl, die jedem Einwohner Japans, der einen Wohnsitz angemeldet hat, zugeteilt wird. Die Nummer kann bei Verwaltungsverfahren im Zusammenhang mit Steuern, Sozialversicherungen und Katastrophen verwendet werden. Das Nummerierungssystem zielt darauf ab, die Verwaltungsverfahren zu erleichtern, indem es die Identifizierung von Personen vereinfacht, z. B. durch die Verringerung der Zahl der beigefügten Dokumente.

Die Zustellung der individuellen „My Number“ an jeden Einwohner begann im Oktober 2015 und das System wurde im Januar 2016 in Betrieb genommen. Auch für andere Zwecke soll die ID eingesetzt werden, was allerdings auf Kritik stößt.

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