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Alte Reaktoren sollen länger genutzt werden

Japan will die maximale Laufzeit von Atomreaktoren über 60 Jahre hinaus verlängern

Die japanische Regierung will die maximale Laufzeit von Atomreaktoren über 60 Jahre hinaus verlängern, da es immer größeren Widerstand gegen den Bau neuer Anlagen erwartet.

Um den Strombedarf des Landes zu decken, sollen Atomkraftwerke so länger genutzt werden, anstelle das neue gebaut werden müssen.

Maximale Laufzeit aktuell auf 40 Jahre begrenzt

Allerdings dürfte auch eine Verlängerung der Laufzeit in der japanischen Bevölkerung nicht gut ankommen, da so die Gefahr für Probleme steigt. Nach der Katastrophe 2011 in Fukushima führte Japan stärkere Sicherheitsstandards ein und begrenzte die maximale Laufzeit auf 40 Jahre, allerdings mit der Option für eine Verlängerung von 20 Jahren, wenn alle Bedingungen erfüllt und eine Überprüfung der Aufsichtsbehörden bestanden wurde.

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Die angestrebte Verlängerung soll in einer Revision des Gesetzes zur Regulierung von Atomreaktoren im nächsten Jahr eingebracht werden. Zudem ist geplant, über die Inspektions- und Bewertungsmethoden festzustellen, ob eine Betriebsdauer für einen Reaktor verlängert wird.

Bis zu 22 Prozent des Strombedarfs als Atomenergie geplant

Im Juni wurde der Reaktor Nr. 3 der Kansai Electric Power in Mihama in der Präfektur Fukui, wieder in Betrieb genommen. Er ist der erste Reaktor des Landes, der nach den neuen Regeln länger als 40 Jahre betrieben werden darf. Regierungskreisen zufolge gibt es einen Vorschlag, das Gesetz zu überarbeiten, um mehrere Verlängerungen über 60 Jahre hinaus zu ermöglichen, sofern die Abschirmungsstandards erfüllt werden.

Japan hat derzeit 33 betriebsbereite Atomreaktoren, drei weitere sind im Bau. Da jedoch einige von ihnen in den 2040er-Jahren ihre maximale Lebensdauer von 60 Jahren erreichen werden, wird erwartet, dass im Jahr 2050 nur noch 20 Reaktoren nach den derzeitigen Regeln in Betrieb sein werden.

Im Rahmen des grundlegenden Energieplans von 2018, der derzeit überarbeitet wird, strebt die japanische Regierung an, dass die Kernenergie im Jahr 2030 einen Anteil von 20 bis 22 Prozent an der Stromerzeugung des Landes haben soll, um das Ziel der Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu erreichen. Laut Schätzungen werden dafür etwa 30 Reaktoren erforderlich sein, um den Bedarf der Stromerzeugung abzudecken.

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