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Dazu bilden sie sogenannte White Hackers aus

Japan will Olympische Spiele vor Cyberangriffen schützen

Die Olympischen Spiele ziehen viele Menschen an, leider aber nicht immer nur Menschen, die etwas Positives wollen. Häufig werden derartige Events Ziele von Cyberangriffen.

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Daher hat das Organisationskomitee der diesjährigen Olympischen Spiele und Paralympics in Tokyo 220 IT-Sicherheitsexperten oder sogenannte „White Hat Hacker“ ausgebildet. Sie sollen die Spiele vor derartigen Cyberangriffen schützen, so die Verantwortlichen am Montag.

Olympische Spiele sollen vor Angriffen geschützt werden

Diese „ethischen Hacker“, die jetzt für das Organisationskomitee arbeiten, sind größtenteils Angestellte japanischer Unternehmen, darunter Nippon Telegraph and Telephone Corp. und NEC Corp.

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Sie nahmen an einem umfangreichen Trainingsprogramm teil, das von einem Technologie-Forschungsinstitut entwickelt wurde. Es wurde der Fall simuliert, dass die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Tokyo, die am 23. Juli stattfinden soll, und andere Veranstaltungen, die weltweite Aufmerksamkeit auf sich ziehen würden, durch Cyberattacken gestört werden könnten, so die Beamten.

Die Winterspiele in Pyeongchang 2018 fielen einer Cyberattacke zum Opfer und litten am Tag der Eröffnungsfeier unter Systemproblemen. Dadurch mussten die Organisatoren Änderungen an Teilen am Programms vornehmen. Zudem kam es auch zu Störungen des Internetzugangs und der Übertragungsdienste.

Vorträge und Übungen

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Letztes Jahr klagte das US-Justizministerium sechs russische Militärgeheimdienstler im Zusammenhang mit internationalem Hacking an und beschuldigte sie weltweiter Cyberattacken, die auch die Olympischen Winterspiele in Südkorea zum Ziel hatten.

Die britische Regierung sagte auch, dass der russische Militärgeheimdienst Cyberangriffe gegen die Organisatoren der Olympischen Spiele in Tokyo und andere Einrichtungen, die mit den bevorstehenden Spielen in Verbindung stehen, durchgeführt hat.

Als Teil der Bemühungen, eine erfolgreiche Olympiade zu gewährleisten, bestand das Cybersicherheitstraining, das vom Nationalen Institut für Informations- und Kommunikationstechnologie geleitet wurde, aus Vorträgen zu 20 Themen und Übungen, bei denen die Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt wurden, um ihr System vor den Angriffen des anderen Teams zu schützen, so die Beamten.

Coronavirus erschwert die Situation

Um kritische Infrastrukturen wie Elektrizitäts- und Transportsysteme zu schützen, wurden außerdem Teams von Cybersicherheitsexperten in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen gebildet, um Informationen auszutauschen und Übungen abzuhalten.

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Allerdings hat die neuartige Coronavirus-Pandemie zu erhöhten Schwierigkeiten geführt. Da viele Beamte, die für die Tokyoter Spiele arbeiten, aufgrund der Pandemie Telearbeit leisten, wächst die Sorge, dass Geräte, die für die Arbeit von zu Hause aus genutzt werden, ins Visier genommen werden.

Darüber hinaus könnten die Tokyoter Spiele die Anzahl der Zuschauer begrenzen, was die Nachfrage nach Veranstaltungen, die gestreamt werden, erhöht.

„Die Spiele selbst werden im Cyberspace stattfinden. Das Gastgeberland hat die Verantwortung, (sie) mit der Welt zu teilen“, sagte ein japanischer Regierungsvertreter.

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