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Obergrenze nicht ausgeschöpft

Japan zählt eine Woche nach Öffnung der Grenzen nur wenige Touristen

Japan hatte am 10. Juni seine Grenzen für Touristen wieder geöffnet, doch dank der bestehenden Einschränkungen wurden bisher nur wenige Menschen aus dem Ausland gezählt.

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Gleichzeitig wurde auch die Obergrenze für die tägliche Einreise in das Land auf 20.000 angehoben, um genügend Kapazität für die Einreise zum touristischen Zweck zu schaffen. Die Obergrenze wurde bisher allerdings nicht ausgeschöpft.

Viele Regeln für Touristen in Japan

Die Hoffnung in der Tourismusbranche war groß, dass nun endlich wieder Geld in die Kasse kommt, auch viele Japan-Fans hatten sich gefreut, endlich wieder in das Land reisen zu können.

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Doch die Einschränkungen schrecken viele Menschen ab, denn nicht jeder reist zum Beispiel gerne in einer Reisegruppe. Auch das obligatorische Tragen von Masken und die genaue Aufzeichnung, wo man sich als Tourist bewegt, stoßen nicht gerade auf viel Gegenliebe.

Außerdem dürfen nur Menschen aus 98 Ländern einreisen, die als unbedenklich hinsichtlich der Pandemiesituation eingestuft worden sind und jeder, der als Tourist einreisen möchte, muss seine Daten auf eine eigens dafür eingerichtete Webseite hinterlassen. Vor der Anreise muss zudem noch ein Corona-Test gemacht werden, der bei der Einreise, nicht älter als 72 Stunden ist. Und man soll doch bitte beim Essen nicht lauf sprechen und beim Baden in einer heißen Quelle oder wenn man in einem Shinkansen sitzt am besten ganz ruhig sein.

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Zudem sind einige Fragen offen, zum Beispiel, was eigentlich passiert, wenn sich ein Reisender nicht an die Regeln hält oder positiv auf das Coronavirus getestet wird.

Laut der nationalen Tourismusorganisation Japans (JNTO) liegen ihr keine Daten über Reisegruppen für die nächste Woche vor und einige Reiseveranstalter kämpfen zurzeit noch mit dem Berg an Bürokratie, den es zu bewältigen gilt, damit Touristen einreisen dürfen und nicht wenige haben es aufgegeben und wollen keine Reisen in das Land anbieten.

Einschränkungen kommen bei der Bevölkerung gut an

Kaum verwunderlich, dass sich die Zahl der Touristen seit Anfang 2020 kaum verändert hat.

Dabei gab es allen Grund zum Hoffen für die Branche, denn vor der Pandemie wurde jedes Jahr eine neue Rekordzahl an Touristen gezählt, die in das Land eingereist sind. Das Geld sprudelte und der Tourismus entwickelte sich zu einem wichtigen Pfeiler der japanischen Wirtschaft.

Dann kam die Pandemie und Japan schränkte den Tourismus stark ein, bis hin zum kompletten Aussetzten. Nun strauchelt die Tourismusbranche, denn der inländische Tourismus kann das entstandene Loch nicht stopfen. Aber es stehen Wahlen vor der Tür und die Vorsicht der Regierung findet in der Bevölkerung eine große Mehrheit.

Das Risiko, die Grenzen zu schnell zu öffnen und damit Kritik aus der Bevölkerung zu kassieren, ist für Japans Premierminister Fumio Kishida groß. Eine Umfrage von NHK, die zwischen dem 10. und 12. Juni durchgeführt wurde, zeigt, dass 47 Prozent der Menschen in Japan finden, dass die Maßnahmen angebracht sind und nur 23 Prozent sich für eine weitere Lockerung aussprechen.

Japan als Reiseland beliebt wie nie

Dabei ist die Euphorie in der japanischen Tourismusbranche tatsächlich angebracht, denn trotz der langen Zeit, in der Touristen nicht nach Japan einreisen dürfen, ist das Land beliebt wie nie. Dies zeigt die aktuelle Rangliste des Weltwirtschaftsforums für den Travel & Tourism Development Index, in der Japan Platz 1 belegt.

Es stellt sich also die Frage, ob Japan sich nach den Wahlen weiter öffnen wird, wenn die Wirtschaft weiter strauchelt, wird dem Land wohl keine andere Möglichkeit bleiben.

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