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Rassistischer Hashtag wird mit Essen übernommen

Japaner bekämpfen auf Twitter Rassismus mit leckerem Essen

In Japan ist Rassismus weiterhin ein großes Problem. Besonders Menschen koreanischer Abstammung sind immer wieder die Zielscheibe von radikalen Nationalisten. Auch auf Twitter kam es kürzlich wieder zu Hasstiraden. Die anderen Nutzer kämpften jedoch dagegen an und das auf ziemlich kreative Weise.

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Zum Jahresbeginn tauchte auf Twitter Japan überraschend der #在日のツイート auf. Unter ihm waren zahlreiche Tweets zu finden, die gegen Koreaner im Land hetzten und behaupteten, dass es gegenüber Japanern Diskriminierungen gibt.

Statt Hass gibt es Essen

Das Treiben zog auch die Aufmerksamkeit von anderen Personen auf sich, die überhaupt nicht den Tweets zustimmten. Als Reaktion wurde sich eine eher ungewöhnliche Idee ausgedacht. Als Zeichen gegen den Rassismus wurde der Hashtag einfach gekapert.

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Zahlreiche Personen fingen an, unter dem Hashtag einfach Fotos von leckerem Essen zu posten, um so die rassistischen Aussagen in den Hintergrund zu rücken. Die Aktion weitete sich schnell aus und auch Menschen aus anderen Ländern fingen an Fotos zu veröffentlichen. Am Ende war von den eigentlichen Hasstweets nicht mehr viel zu sehen.

Rassismus bleibt ein großes Problem in Japan

Der rassistische Hashtag kommt nur wenige Wochen, nachdem das japanische Kosmetikunternehmen DHC mit diskriminierenden Aussagen zu Koreanern für Empörung gesorgt hatte. Die Aussagen stammen dabei direkt von dem CEO und wurden auf der offiziellen Webseite des Unternehmens veröffentlicht.

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Es war dazu nicht das erste Mal, dass das Unternehmen negativ auffiel und es wird zurzeit versucht, dass die Aussagen bestraft werden. Die Chancen stehen allerdings nicht gut, da die rechtliche Verfolgung von Hassreden in Japan weiterhin kaum und nur eingeschränkt möglich ist.

Der Vorfall zeigte aber, dass Rassismus in der Öffentlichkeit immer lauter und vor allem dreister wird. Experten sind besorgt, dass in Japan eine Gesellschaft entsteht, in der so deutliche Diskriminierungen unter dem Vorsatz der Meinungsfreiheit einfach toleriert werden, solange es nur um ihr Geld oder den Ruf geht.

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