Stats

Anzeige
Home News Japaner boykottieren Amazon Prime nach kontroversem Werbespot

Werbespot zeigt umstrittene Persönlichkeiten

Japaner boykottieren Amazon Prime nach kontroversem Werbespot

Auch in Japan haben vermutlich mehr Menschen in den letzten Monaten Amazon Prime in Anspruch genommen, um durch die Pandemie zu kommen. Kürzlich warb das Unternehmen im japanischen Fernsehen für seinen Streamingdienst. Allerdings kam der Spot gar nicht gut an und Verbraucher rufen nun zum Boykott des Dienstes auf.

Diesen Monat wurde der etwa 15 Sekunden lange Werbespot im japanischen Fernsehen ausgestrahlt. Zu sehen waren verschiedene Persönlichkeiten, die sich Filme oder Serien über den Dienst anschauen und als Erzählerstimme darüber sprechen. Unter ihnen befand sich auch der Komiker Hitoshi Matsumoto und die Politikwissenschaftlerin Ruri „Lully“ Miura.

Zahlreiche Kunden kündigen ihr Abo

Beide gelten als kontrovers und waren der Auslöser für die Boykottwelle. Bereits am 16. August tauchte auf Twitter in den Trends der Hashtag AmazonPrimeKaiyakuUndo auf. Einen Tag später war er an der Spitze der Trends in Japan. Viele zeigten sich unter dem Hashtag empört und gaben an, dass sie ihr Abonnement bei Amazon Prime gekündigt haben.

In den Tweets wird scharf kritisiert, dass Amazon Personen benutzt, die verletzende und falsche Dinge über andere sagten. Das würde nur zeigen, dass Amazon diesen Ansichten zustimmt. Unter den vielen Tweets waren auch berühmte Personen. Die Autorin Kayoko Ikeda kündigte ihr Abo. Sie habe den Eindruck, dass die US-Hauptsitze von den weltweiten Technikgiganten sensibler gegenüber Hassrede und Diskriminierungen seien, die japanischen Stellen jedoch nicht.

Boykott ist eine natürliche Reaktion

Laut ihr sei es wichtig, dass Konsumenten zeigen, dass sie mit dem Handeln nicht einverstanden sind, um Firmen wirklich zu verändern. Professor Ikuo Gonoi sieht in der Aktion sogenannten Hashtag-Aktivismus, der eine neue Form der Verbraucherbewegung ist. Werbung soll mit Bildern vermitteln und den Standpunkt eines Unternehmens zeigen.

Lesen sie auch:
Amazon bringt Buchverlage in Japan in Schwierigkeiten

Da sei es eine natürliche Reaktion, dass es zu einem Boykott kommt, wenn die gezeigten Bilder genau das Gegenteil vermitteln, was die Konsumenten sehen wollen. Es gab aber auch Gegenstimmen, die sagten, dass der Boykott nicht richtig sei. Die Menschen sollten laut dem Gehirnforscher Kenichiro Mogi andere nicht wegen ihrer Meinung ablehnen.

Diskriminierungen im Fernsehen

Matsumoto trat 2019 in einer TV-Show eines privaten Senders auf und sprach über den Amoklauf in Kawasaki. Er nannte den Täter, der ein sogenannter Hikikomori war, ein defektes Produkt. Da Hikikomori schon vor dem Vorfall mit Vorurteilen kämpfen mussten und der Vorfall ihre Lage nur weiter verschärfte, zeigten sich viele sehr empört von Matsumoto. Aufgrund der Stigmatisierung kam es sogar kurz nach dem Amoklauf zu der Ermordung eines Hikikomori.

Miura sorgte 2018 mit einem Auftritt in derselben Sendung wie Matsumoto Aufsehen. Sie sprach über terroristische Elemente von Nordkorea und dass die Stadt Osaka gefährlich sei. Miura verwendete dabei direkt das Wort Schläferzelle. Wie in vielen Großstädten leben auch in Osaka viele Menschen mit koreanischen Wurzeln und Zuschauer warfen Miura vor, Hass gegen koreanische Einwohner zu schüren.

Amazon Japan zögert

Mirus selbst versuchte sich später zu verteidigen und gab an, dass ihre Aussage nur allgemein unter Experten verbreitet sei und dass nicht zum ersten Mal in den Medien über sowas gesprochen wurde. Neben ihren Ansichten zu Korea ist Miura ebenfalls dafür bekannt, dass sie eine Einführung der Wehrpflicht fordert.

Amazon Japan hat sich bereits zu den Protesten gemeldet. Sie nehmen die Reaktionen der Kunden ernst und wollen sie für die Zukunft auf ihre Produktionen reflektieren. Eine offizielle Entschuldigung für den Spot gab es bis jetzt nicht und es ist nicht bekannt, ob die Werbung weiterhin im Fernsehen laufen wird.

MS

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

1 Kommentar

  1. >sensibler gegenüber Hassrede und Diskriminierungen
    Neeeeein, jetzt fangen die auch noch damit an. Nun ist alles verloren.
    Animes werden schon immer zahmer. Sehr gut gemacht, westliche Hashtag-Hypochonder, ihr werdet auch noch Japan zugrunderichten. Dabei haben sie sich doch so gut gehalten und uns mit ihrer KONTROVERSEN Kultur erfreut. Das geht bald nicht mehr, nicht mal mehr in Japan selbst, wenn die so drauf werden wie wir.
    Dabei will ich nicht den Amazon-Advokaten spielen, man kann Amazon genug wegen richtiger Probleme kritisieren wie Ausnutzung von Monopolstellung und Behandlung von Mitarbeitern.
    Aber nein, lieber „kontroverse“ Leute anprangern. Kontrovers ist Steuerhinterziehung.

    Wie auch immer, halt durch, liebes Japan, lass dich nicht von der Cancel Culture vernichten.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige