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Zum 14. Mal bekommt ein Japaner einen der Preise

Japaner gewinnt mit Alligatoren und Helium Parodie-Nobelpreis

In Japan wird in vielen Bereichen fleißig geforscht. Egal ob Medizin oder Robotertechnologie, das Land versucht immer auf dem neuesten Stand zu sein. Allerdings haben einige Forscher manchmal auch etwas skurrile Projekte.

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Jährlich werden diese außergewöhnlichen Forschungen mit dem Parodie-Nobelpreis ausgezeichnet, der dieses Jahr zum 14. Mal nach Japan ging.

Sind Alligatoren wie Vögel?

Der sogenannte Ig-Nobelpreis wird seit 1991 in verschiedenen Kategorien durch die Zeitschrift Annals of Improbable Research verliehen. Er wird für wissenschaftliche Leistungen verliehen, die einen erst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen.

In der Kategorie Akustik haben nun ein Japaner und sein Team den Preis erhalten. Der Titel ging mit viel Gelächter an Takeshi Nishimura, außerordentlicher Professor für Zoologie am Primatenforschungsinstitut der Kyoto University.

Den Preis bekam er für seine Forschung, ob Reptilien genauso wie Menschen auf Heliumgas reagieren. Dafür ließ er Alligatoren das Gas einatmen und zeichnete dann ihre Laute auf. Es sei dazu gesagt, dass auch für Tiere das Gas bis zu einer gewissen Menge ungefährlich ist.

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Säugetiere und Vögel reagieren grob gesagt auf das Gas mit einer hohen Stimme aufgrund der Art wie sie Töne erzeugen, die an ein Blasinstrument erinnert. Es wurde deswegen überlegt, was bei Reptilien passiert, da sie andere Töne erzeugen. Forscher gingen davon aus, dass der Schall bei ihnen durch direktes Vibrieren der Luft entsteht, wie bei einem Schlagzeug.

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Mit dem Helium wollte Nishimura die Theorie testen und eine Antwort finden. Hätte sich der Schall bei den Versuchen mit dem Gas nicht verändert, würde die bisherige Theorie stimmen. Allerdings passiert genau das Gegenteil und die „Stimme“ der Alligatoren wurde höher. Das bedeutet, dass die Reptilien ähnlich wie Menschen Töne erzeugen.

Ungewöhnlicher Nobelpreis war schon vor Jahren im Gespräch

Nishimura erklärte dazu, dass das Ergebnis die Möglichkeit offen lässt, dass Dinosaurier Schall Missionsmethoden wie Vögel nutzten. Das würde wiederum die Theorie unterstützen, dass Dinosaurier ein Evolutionsstück zwischen Reptilien und Vögeln sind.

Bereits 2012 wurde der Japaner zu dem ungewöhnlichen Projekt von einem Wissenschaftsmagazin interviewt. Dabei sagte ihm der Reporter, dass seine Arbeit den Parodiepreis verdient hätte, was Nishimura im Nachhinein sehr amüsiert. 2015 hatte er dann seine Ergebnisse dieser Forschung in einer britischen Fachzeitschrift veröffentlicht.

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Dass Nishimura nun gewonnen hat, hätte der Japaner dabei fast übersehen. Durch eine E-Mail mit dem Betreff „Notfall“ von Stephan Reber von der Lund Universität in Schweden, der Teil des Teams war, erfuhr er von seiner Auszeichnung.

Aufgrund der weltweiten Pandemie fand die Preisverleihung an der Havard University am 17. September nur online statt.

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