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Die bestohlenen Frauen trauten sich nicht

Japaner klaut zahlreiche Schuhe und wird trotzdem nicht angeklagt

In Japan ist es zu einem kuriosen Fall gekommen, bei dem sich die Staatsanwaltschaft recht sicher war einen Dieb gefasst zu haben. Doch das Verfahren wurde der Fall am 23. April eingestellt, weil keins der Opfer aussagen wollte.

Im Zentrum des Falls steht ein 33-jähriger Mann, der verdächtigt wurde, Damenpumps gestohlen zu haben. Dabei soll er die getragenen Schuhe gegen neue Schuhe derselben Marke, Farbe und Größe ausgetauscht haben.

Opfer wollen nicht aussagen

Der Verdächtige, ein Einwohner der Stadt Nagakute in der Präfektur Aichi, soll den Polizeibeamten gesagt haben: „Ich habe auch andere Schuhe mit dieser Methode gestohlen.“ Obwohl die Polizei einige seiner Opfer ausfindig machen konnte, wollten diese aus Scham nicht mit der Polizei kooperieren oder Anzeige erstatten. Eines der Opfer sagte zur Polizei: „Es ist ekelhaft. Ich will nicht, dass die Leute wissen, dass mir das passiert ist.“

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Der Mann wurde wegen des Verdachts festgenommen, im Januar aus einem Musikunterrichtsraum in Nagoyas Stadtteil Meito Pumps im Marktwert von etwa 5.000 Yen (etwa 38 Euro) gestohlen zu haben, die einer Musiklehrerin gehörten. Etwa 20 Paare Damenschuhe wurden in Schuhregalen in seinem Haus gefunden.

Gebrauchte gegen neue Schuhe getauscht

Die Polizei hielt es für möglich, dass der Mann der Frau auch gefolgt war, weil er die gleichen Arten von Pumps präpariert hatte. Die Abteilung für persönliche Sicherheit des Präfekturpolizeipräsidiums, die sich unter anderem mit Stalking-Fällen befasst, wurde in die Ermittlungen einbezogen.

Laut einer Ermittlungsquelle überprüfte der Mann das Schuhwerk von Frauen in Schuhregalen vor allem in Musikunterrichtsräumen in Nagoya und Umgebung. Offenbar fotografierte er die Schuhe und kaufte dann dieselben online. Um eine Entdeckung zu vermeiden, erklärte er laut Polizei, dass er sicherstellen würde, dass die Schuhe ein abgenutztes Gefühl hätten, bevor er sie austausche.

Viele Berichte, keine Anzeigen

Als die Vorfälle öffentlich bekannt wurden, erhielt die Polizeistation Berichte von mehreren Frauen, die sagten, dass ihre Schuhe gestohlen worden sein könnten. Aber jedes der potenziellen Opfer lehnte es ab bei den Ermittlungen zu kooperieren, unter anderem weil sie es unangenehm fanden. Die Lehrerin, deren Fall der Auslöser für die Entdeckung der Diebstähle war, erstattete im Februar eine Anzeige, zog diese aber später zurück.

Es konnte kein Stalking bestätigt werden und der Mann soll der Polizei gesagt haben: „Ich mochte Schuhe, die Frauen getragen haben. Ich wollte an ihnen riechen.“ Ein hochrangiger Polizeibeamter sagte: „Aufgrund der Art des Vorfalls war es schwierig eine Kooperation zu erreichen. Mit den Gefühlen der Opfer, so wie sie sind, kann man nichts machen und das ist bedauerlich, angesichts der gründlichen Untersuchung.“

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