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Japaner sind für härtere Strafen für Sexualstraftäter

International gilt Japan als eins der sichersten Länder der Welt mit einer ziemlich niedrigen Kriminalitätsrate. Während Mord, Diebstahl und Überfälle eher selten vorkommen, sind sexuell motivierte Taten relativ häufig. Vor allem Übergriffe auf Frauen und Kindesmissbrauch sind in den letzten Jahren gestiegen. In einer Umfrage fordern die Japaner nun härtere Strafen für Sexualstraftäter.

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Die Umfrage führte die japanische Seite Shirabee durch. 1.344 japanische Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 69 Jahren nahmen an der Befragung teil. Die Mehrheit war der Ansicht, dass die aktuellen Strafen für Sexualstraftäter nicht ausreichen. Insgesamt 86,5 Prozent finden die aktuelle Rechtslage zu milde. Erstaunlich ist dabei, dass es kein großes Gefälle bei den Geschlechtern gibt. Etwa 80 Prozent bei den Frauen und Männern sind für härtere Strafen.

Vorfälle im letzten Jahr sorgten für die Forderung

Vor allem sollen Vergewaltigungen, Chikan (Grapscher in Menschenmassen), häusliche Gewalt und sexuelle Belästigung sowie spezielle Verbrechen härtere Strafen erhalten. Grund für die Ansichten könnten einige Vorfälle im letzten Jahr sein. So erhielten mehrere Persönlichkeiten, die unter dem Verdacht der sexuellen Belästigung standen, keine wirklichen Strafen vom Gesetzgeber.

Ein weiterer Fall, der für viel Empörung sorgte, war die Kinderpornografiesammlung von Mangalegende Nobuhiro Watsuki. Der Mangazeichner ist international für die Reihe Ruouni Kenshin bekannt. Obwohl es sich bei Watsuki um einen eindeutigen Fall handelte, erhielt er keine Gefängnisstrafe und durfte nach einer Pause wieder seinen Manga weiterzeichnen. Er musste lediglich eine vergleichsweise geringe Geldstrafe zahlen. International war die Empörung groß, vor allem weil Japan eigentlich versprach, gegen Kinderpornografie härter vorzugehen, die im Land ein großes Problem ist.

Neue Gesetze reichen wohl nicht aus

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Ein äußerst aktueller Vorfall ist der Überfall auf das Idol Maho Yamaguchi. Die Polizei schnappte die zwei Täter sofort, ließ sie allerdings ohne eine Anzeige oder andere Konsequenz frei. Stattdessen musste sich Yamaguchi in der Öffentlichkeit entschuldigen. Fans zeigten sich schockiert und viele forderten einen besseren Umgang mit derartigen Fällen.

Allgemein scheint es immer noch der Fall zu sein, dass viele Behörden Vorfälle runterspielen oder nicht ernst nehmen und das, obwohl es seit 2017 bereits ein schärferes Sexualstrafrecht gibt. Die Opfer trauen sich deswegen weiterhin nicht, sich zu äußern, aus Angst der Konsequenzen oder dass sie nicht ernst genommen werden. Es ist demnach nicht verwunderlich, dass die Menschen noch mehr von der Regierung fordern. Ob sie allerdings auf die Umfrage reagiert, bleibt fraglich.

Quelle: Shirabee, Jin

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