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Japaner wollen das Mobbing-Gesetz überarbeiten

Die Suprapartisanen Mitglieder des japanischen Parlaments versuchen das Gesetz zur Förderung von Maßnahmen zur Verhinderung von Mobbing zu überarbeiten. Dabei berücksichtigen sie die Forderungen von Hinterbliebenenfamilien und lokalen Regierungen. Es wird erwartet, dass ein Gesetzesentwurf zur Gesetzesrevision in der aktuellen Sitzung eingereicht wird.

Das Gesetz kam erstmal vor fünf Jahren als Reaktion auf den Selbstmord eines Junior-Gymnasiasten in Otsu. Es erläutert, wie man ein System in Schulen und Verwaltungen einrichten sollte. Sowie welche vorbeugende Maßnahmen im Falle eines Mobbing-Falls ergriffen werden können.

Da sich die Definition von Mobbing häufig ändert, ist es noch immer schwer zu sagen, ob die Tendenz steigt oder abnimmt. Allerdings kommen immer mehr “ernste Fälle”. Damit bezeichnet man Mobbingfälle, bei denen es zu Schäden an Leben, Verstand, Körper und Eigentum kommt oder die zu dauerhafter Fehlzeiten führt. Im Schuljahr 2017 waren es 474 solcher Fälle. Es sollten umgehend Maßnahmen ergriffen werden.

Kultur der Vertuschung

Öfters kam es auch zu Konfrontation zwischen Familien der gestorbenen Kinder und den Komissionen, die die Fälle untersucht haben. In vielen Fällen vertrauten die Familienmitglieder den Untersuchungsresultaten nicht, was zu einer Neuermittlung führte.

Der Hauptgrund dafür ist, dass Bildungsbehörden öfters vieles unter den Tisch fallen lassen. Zum Beispiel verbarg das Bildungsamt der Stadt Kobe Aufzeichnungen von Interviews mit Schülern. Diese waren aber bei einem Mobbingfall als wichtige Beweise da.

Das Toride City Board of Education in der Präfektur Ibaraki entschied in einer Abstimmung, dass es “keine ernste Situation” sei. Und das obwohl eine Untersuchungsgruppe von Experten noch nicht zu einem Ergebnis gekommen war. Es gibt eine starke Tendenz an den Lehranstalten, die Schwere eines Falles nicht zuzugeben.

Der Gesetzesentwurf ermöglicht es Trauernden, die regionalen Beamten zur Durchführung von Untersuchungen aufzufordern. Damit versucht man die Beamten als Zuständige für Vermittlungen bei Mobbingfällen zu machen. Denn Bildungsräte sind ja selbst interessierte Parteien und können wieder versuchen die Resultate zu vertuschen.

Lernen aus Beispielen

Das derzeitige System sieht auch vor, dass eine Neuermittlung unter der Leitung der Gemeinden erfolgt. Es handelt sich praktisch um ein zweistufiges System. Die Frage ist aber, ob es Sinn macht, wenn schon die Erstermittlung von den Gemeinden durchgeführt wird.

Mobbing Gesetz Japan Lehrer
BIld:すしぱく/pakutaso

Der Entwurf enthält auch eine Klausel, wonach Lehrer, die keine Maßnahmen gegen Mobbing ergreifen oder diese fördern, disziplinarisch bestraft werden. Im Falle von Lehrern an öffentlichen Schulen trifft das lokale Beamtengesetz eine Festlegung zur Disziplinarstrafe. Man muss noch entscheiden, ob eine neue Regelung notwendig ist.

Insgesamt legt der Entwurf Wert auf die Wiederherstellung der Würde der Opfer. Natürlich ist es wichtig, dem Leid der Familien nachzugehen. Dennoch könnte eine übermäßige Betonung der Hinterbliebenen Probleme bei der Vermittlungen darstellen. Wichtig ist die Bewahrung der Neutralität.

Der Hauptzweck der Untersuchung ist es, sachliche Zusammenhänge herauszufinden, Mobbing zu beseitigen und Wiederholungen zu verhindern.

Ein Panel des Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie für Maßnahmen zur Verhinderung von Mobbing wurde eingerichtet, um eine Datenbank mit investigativen Berichten über schwerwiegende Mobbing-Situationen zu erstellen.

Laut einer Umfrage von Yomiuri Shimbun haben 70 Prozent der lokalen Regierungen ihre Untersuchungsberichte nicht veröffentlicht. Die Richtlinien des Ministeriums sehen vor, dass sie grundsätzlich öffentlich gemacht werden. Es lohnt sich, aus konkreten Beispielen zu lernen. Diese Informationen sollten so weit wie möglich weitergegeben werden.

Quelle: Yomiuri Shimbun

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