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Japaner zu 13 Jahren Haft wegen Misshandlung seiner Stieftochter Yua verurteilt

Damit liegt die Strafe zwischen den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung

Einer der Aufsehen erregendsten Misshandlungsprozesse Japans ist nun zu Ende gegangen. Ein japanisches Gericht verurteilte am Dienstag den Stiefvater der 5-jährigen Yua, die im März gestorben ist, zu 13 Jahren Haft.

Der Mann habe seine Stieftochter misshandelt und vernachlässigt, was zu ihrem Tod geführt habe. Er schränkte ihre Nahrungsaufnahme ein und schlug sie. Auch als es ihr schlechter ging, brachte er sie nicht ins Krankenhaus.

Angeklagter handelte egoistisch

„Die Einschränkung der Nahrungsaufnahme und die Gewalt ging weit über Disziplinierung hinaus“, sagte Minoru Morishita, Vorsitzender Richter am Bezirksgericht Tokyo, in dem Urteil. Morishita sagte, dass der 34-jährige Funato seine 5-jährige Stieftochter trotz der Einwände ihrer Mutter bösartig misshandelt habe.

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18-jährige Haftstrafe für Yuas Stiefvater in Kindesmisshandlungsprozess gefordert

Morishita kritisierte Funato, weil er Yua nicht ins Krankenhaus gebracht habe, aus Angst, dass der Missbrauch ans Licht käme. „Funato handelte egoistisch, um sich zu schützen, und die Rettung von Yuas Leben war von untergeordneter Bedeutung“, sagte Morishita.

Staatsanwaltschaft forderte 18 Jahre Haft nach Missbrauch

Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, dass Funato zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt wird. Die Verteidigung hatte eine neunjährige Haftstrafe beantragt. Yua wog etwa 12 Kilogramm, als sie im März letzten Jahres starb – weit weniger als der 20-kg-Durchschnitt für ihr Alter – und hatte 170 Verletzungen, so die Staatsanwälte.

Funato gab Yua zahlreiche Aufgaben und schrie sie an, wenn sie sie nicht erledigte. Auch Schläge erteilte er oft als Strafe. Yua hinterließ schriftliche Botschaften mit dem Titel „Bitte verzeih mir“ auf einem Blatt Papier.

Yuas 27-jährige Mutter Yuri, die sich inzwischen von Funato scheiden ließ, erhielt im September eine achtjährige Haftstrafe wegen elterlicher Vernachlässigung, die zum Tod des Mädchens führte, und hat gegen ihre Strafe Berufung eingelegt. Das Gericht bestätigte, dass die Frau von Funato psychisch missbraucht wurde.

Missbrauch sorgte für große Aufmerksamkeit

Das Verteidigungsteam hatte argumentiert, dass Funato, der auch wegen Marihuana-Besitzes angeklagt ist, „hohe Ansprache an seine Familie hatte“ und dass er versucht hatte, dem Mädchen ein Vater zu sein.

Der Tod des Mädchens am 2. März 2018 erregte landesweite Aufmerksamkeit und veranlasste Japan, im Juni dieses Jahres überarbeitete Gesetze zu erlassen. Diese verbieten Eltern und anderen Erziehungsberechtigten die körperliche Bestrafung von Kindern. Auch die Fähigkeit der Kinderbetreuungseinrichtungen, bei Verdacht auf Misshandlung einzugreifen, wurde gestärkt.

kyodo

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