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Grund ist die Schlacht von Okinawa

Japanerin protestierte mit Hungerstreik gegen neue U.S. Marine Corps Air Station

Die U.S. Marine Corps Air Station Futenma soll an die Henoko-Küste verlegt werden. Dazu soll eventuell Erde aus dem südlichen Bereich der Insel Okinawa zur Landgewinnung verwendet werden. Das sorgt für viel Aufsehen, dass daher rührt, dass dort die Überreste der Toten der Schlacht um Okinawa begraben liegen.

Eine Frau aus Okinawa trat daher im März vor der Residenz des Premierministers in Tokyo in den Hungerstreik. Sie möchte auf die Pläne aufmerksam machen und dagegen protestieren.

Knochen der Toten noch nicht vollständig geborgen

Die Schlacht von Okinawa fand in der Endphase des Zweiten Weltkriegs statt und zwar hauptsächlich im Süden der Insel, wo nun die Erde abgetragen werden soll. Die Hungerstreikende Mikayo Kin sagte: „Ich möchte eine Brücke zwischen mir, einer Okinawanerin in Tokyo, und den Menschen hier auf dem japanischen Festland schaffen.“

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Kin, 47 Jahre alt, wuchs in Ginowan auf und lebt in Tokyo, wo sie als Innenarchitektin arbeitet. Als das US-Militär 1945 auf Okinawa landete, war ihre Mutter – heute 83 – 7 Jahre alt. Sie und ihre Familie schafften es, den Feuern der Schlacht zu entkommen, aber sie wurden schließlich von den US-Streitkräften gefangen genommen und erlebten das Ende des Konflikts.

Manchmal kletterten sie an Leichen vorbei und es gab Momente, in denen verirrte Kugeln ihre Kleidung streiften. Von ihrer Mutter erfuhr sie auch, dass in den Kalksteinhöhlen im Süden der Insel, die den Bewohnern als Evakuierungsgebiet dienten, noch viele Knochen der Toten liegen.

Hungerstreik, um Aufmerksamkeit auf Festland zu erreichen

Im März dieses Jahres erfuhr Kin, dass Takamatsu Gushiken (67), der ehrenamtlich Skelettreste aus der Schlacht um Okinawa sammelt, einen Hungerstreik vor dem Hauptquartier der Präfekturregierung von Okinawa inszenierte, um sich gegen die Bodenproben zu wehren. Kin sagte, dass sie daraufhin beschloss, dasselbe in Tokyo zu tun. Weil sie das Gefühl hatte, dass Gushikens Aktivismus auf dem Festland nicht bekannt ist, sagte sie, dass „die Menschen in Okinawa die Pflicht haben, die Wichtigkeit von Menschenleben zu vermitteln. Ich hatte das Gefühl, dass der Staffelstab an mich weitergegeben wurde.“

Am 8. März begann Kin vor der Residenz des Premierministers in den Hungerstreik zu treten, mit einer Tafel, auf der zu lesen war: „Gegen den neuen Stützpunkt mit den Knochen der Toten.“ Alles, was sie zu sich nahm, war Wasser, Salz und Suppe ohne jegliche Zutaten, die von Unterstützern zur Verfügung gestellt wurden. Bis zum 30. März setzte sie ihren Hungerstreik fort, während sie sich auf einer Plastikplane ausruhte.

Weiter protestieren für Aufmerksamkeit

Unter den Menschen, die von Kins Aktion erfuhren und sie unterstützen, ist eine Frau, deren Großvater ein japanischer Soldat war, der im Süden der Insel Okinawa starb. Seine Knochen wurden nie an die Familie zurückgegeben und die Frau sagte, dass sie, als sie den Ort besuchte, an dem ihr Großvater im Süden der Insel stationiert gewesen war, „dort einen Stein anstelle seiner Knochen aufhob und ihn an sein Grab legte“.

Obwohl Kin ihren Hungerstreik beendet hat, will sie noch bis Mitte April weiter protestieren. Wenn Leute zu ihr kommen und fragen, was sie tun können, sagt sie: „Erzählt den Menschen in eurer Nähe von der Überreste-Problematik. Auf der Straße und im Zug, wenn Sie die Worte Henoko oder Skelettreste sagen, könnte jemand, der sie zufällig hört, ein Interesse entwickeln.“

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