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Japanische Eltern nehmen für ihre Kinder an Ehevermittlungs-Partys teil

Japan – Immer mehr Eltern nehmen für ihre Kinder an Matchmaking-Partys teil, um einen Ehepartner für sie zu finden.

Die meisten Eltern gehen zu den Partys, weil sie besorgt sind, dass ihre Kinder nie heiraten wollen oder werden – so wie immer mehr Japaner heutzutage. Früher war es auch in Japan üblich, dass die Eltern den Ehepartner ihres Kindes ausgesucht haben. Dabei wurde oft auf politische oder finanzielle Situationen geachtet. Oder die Kinder wurden zu Partnervermittlungen gebracht. Doch heutzutage gehen die Eltern lieber selbst zu den Vermittlungen, um andere Eltern zu finden, deren Kinder ihre eigenen auch wirklich lieben werden.

Dabei sind die Eltern mit den Profilen der eigenen Nachkommen bewaffnet und warten teilweise lange, um die Profile anderer Kinder zu lesen. Doch nur wenn die Kinder vorab diesen Partys und der möglichen Vermittlung zugestimmt haben, dürfen die Eltern auch an der Vermittlungsparty teilnehmen und ein mögliches Partnerprofil mit nach Hause bringen. Manche Eltern nehmen auch an den Veranstaltungen teil, weil die eigenen Kinder durch ihre Arbeit zu beschäftigt sind. So hoffen sie die Chance zu erhöhen, dass ihr Kind dennoch heiratet.

Die Eltern zahlen für die etwa zwei Stunden dauernde Veranstaltung 10.000 Yen (etwa 76 Euro), doch für das mögliche Paar nehmen sie die Kosten in Kauf. Außerdem können sich die Kinder sicher sein, dass ihre Eltern nichts gegen die mögliche Eheschließung haben werden. Die Matchmaking-Partys für Eltern werden bereits seit mehr als einem Jahrzehnt abgehalten, doch in letzter Zeit erhöht sich die Nachfrage und Teilnahme der Eltern. Vor drei Jahren hat beispielsweise der Vermittler Living Marriage eine Party pro Monat durchgeführt, heutzutage sind es drei bis vier pro Monat.

2017 führte das Unternehmen 40 Vermittlungspartys mit insgesamt 2.000 Teilnehmern durch. Noch 1930 wurden fast 70 Prozent der Ehen arrangiert, aber drei Jahre später fiel die Zahl auf unter 50 Prozent. 2014 lag die Rate sogar nur noch bei 5,5 Prozent. Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Menschen, die aus Liebe heiraten, bis 2014 auf 90 Prozent, wie das National Institute of Population and Social Security Research mitteilte.

Bis 2015 stieg die Zahl der Menschen, die bis zum Alter von 50 nie verheiratet waren, auf 23,37 Prozent bei Männern und auf 14,06 Prozent bei Frauen. Im Jahr 2000 lagen die Zahlen bei Männern noch bei 12,57 Prozent und bei Frauen bei 5,82 Prozent. Unstabile Arbeitsbedingungen, niedrige Einkommen und Menschen, die lieber allein bleiben, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen, werden als Grund für den wachsenden Trend angegeben. Das könnte auch die sinkende Geburtenrate Japans weiter beschleunigen, wie Forscher behaupten.

Dennoch wollen laut einer Umfrage im Jahr 2015 fast 90 Prozent der alleinstehenden Männer und Frauen zwischen 18 und 34 Jahren heiraten. Doch laut einer Teilnehmerin von einer der Matchmaking-Partys sei die Suche nach dem richtigen Partner genauso wie das Suchen eines Diamanten in der Wüste. Dennoch gebe sie nicht auf und werde weiterhin einen Partner für ihre Tochter suchen.

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