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Japanische Erzieher fragen sich, wie weit sie für die Sicherheit ihrer Schützlinge gehen müssen

Schutz bis zum eigenen Tod?

Vor Kurzem rettete eine Erzieherin in Japan ein Kind vor einem außer Kontrolle geratenen Auto. Seitdem stellen sich viele Erzieher die Frage, ob von ihnen eigentlich erwartet wird, für den Schutz sogar in den Tod zu gehen.

Die Gründe dafür sind vielfältig, als am 8. Mai ein Autofahrer an einer Kreuzung in Shiga zwei Kinder überrollt hatte, kam die Frage auf, wieso kein Erzieher zur Stelle gewesen ist.

Bei dem Fall am 15. Mai in Chiba verwechselte ein Autofahrer die Bremse mit dem Gastpedal und raste auf einen Park zu, in dem Kinder spielten. Die Erzieherin lief zu einem Kind, das im Sandkasten spielte, auf den das Auto zusteuerte und schubste es beiseite. Die Erzieherin brach sich dabei zum Glück nur das Bein, es hätte aber auch anders ausgehen können.

Mehr zum Thema:  Japanische Kindererziehung ist immer noch Frauensache

Als der Fall bekannt wurde, gab es zahlreiche Kommentare auf Twitter, darunter natürlich viel Lob.

Wer sich selbst schützt, riskiert das Leben der Kinder

Doch wie weit muss eine Erzieherin gehen? Das fragten sich danach immer mehr Menschen, so auch eine Erzieherin aus Tokyo.

Sie beschrieb eine Übung in einer Kindertagesstätte im vergangenen Herbst. Geübt wurde das Verhalten bei einem Angriff von einer bewaffneten Person.

Die Erzieherin wehrte den Angreifer mit einem Stuhl ab, damit die Kinder Zeit hatten zu fliehen. Allerdings war ihr Vorgesetzter damit gar nicht einverstanden, denn sie schütze sich so ja auch selbst vor dem Angreifer und kommentierte ihre Übung mit „Wenn man sich selbst schützt, können Kinder verletzt werden, das ist ein Problem.“

Es wurde also von ihr erwartet, dass sie nur auf die Kinder Acht gibt und alles andere keine Rolle spielt.

Sind Erzieher Schilde?

Also schrieb sie einen Tweet, in dem Sie fragte, ob von Erziehern erwartet wird, dass sie als Schild fungieren, wenn es zu einem einer gefährlichen Situation kommt.

„Wir Betreuer sind Menschen, die auch Eltern und Kinder haben, die wir lieben. Wenn etwas passiert, bin ich sicher, dass wir Betreuer sofort handeln werden, um die Kinder zu schützen, indem wir zu einem Schild werden, aber ich möchte, dass die Gesellschaft die Betreuer nicht als „Schilde“ behandelt.“, so die Erzieherin.

Tatsächlich wird immer dann, wenn es zu einem Unfall gekommen ist, als erstes gefragt, wo denn die Erzieher waren und oft genug wird ihnen pauschal die Schuld gegeben.

Der Tweet regte allerdings die Diskussion an und die Frau bekam sehr viel Zuspruch von Kolleginnen und Kollegen, aber auch von Eltern, die diese Erwartungshaltung ebenfalls nicht verstehen.

Quelle: AS

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