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Viel Einsatz für einen Angestellten

Japanische Firma bekämpft erfolgreich Hetzjagd gegen einen ihrer Mitarbeiter

Menschen in Japan, die sich mit Covid-19 infizieren, haben es nicht leicht. Oft beginnt eine regelrechte Hetzjagd gegen sie.

In der Präfektur Iwate, die lange Zeit ohne einen Infizierten gewesen ist, steckte sich ein Mitarbeiter des in der Region Tohoku ansässigen Gasunternehmens an.

Öffentliche Hetzjagd bei der Bekanntgabe der Infektion befürchtet

Das Unternehmen befürchtete direkt, dass die Bekanntgabe des Namens des Mitarbeiters zu scharfen Gegenreaktionen und einer öffentlichen Hetzjagd führen wird.

Die Infektion wurde am 29. Juli bestätigt und das Unternehmen berief sofort ein Treffen des Führungspersonals ein, um zu erörtern, wie die Nachricht veröffentlicht werden soll.

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Das Unternehmen hatte bereits frühzeitig Maßnahmen gegen die Pandemie ergriffen, als im Februar immer mehr Infizierte gemeldet wurden.

Der Fokus nach der ersten Infektion wurde darauf gelegt, einen Weg zu finden, um die Privatsphäre des Mitarbeiters zu schützen und gleichzeitig die Angst der Kunden zu bekämpfen.

In der Nacht zum 30. Juli veröffentliche das Unternehmen einen Hinweis zur Infektion auf seiner Webseite und versicherte, dass kein Kunde in Kontakt mit dem betreffenden Mitarbeiter gekommen ist.

Die Mitarbeiter wurden gebeten, ihren Kollegen zu schützen, wenn er persönlichen Angriffen ausgesetzt wird.

Viele Anrufe von ängstlichen Menschen

Am 31. Juli veröffentlichten Zeitungen den Namen des Unternehmens und des Mitarbeiters, was dazu führte, dass die Hotline sich vor Anrufen kaum retten konnte.

Ein Anrufer fragte: „Haben Sie den Angestellten entlassen? Ihre Mitarbeitsschulung ist mies.“

Einige Menschen riefen wiederholt an, um sich ausgiebig über den Fall zu beschweren und Konsequenzen für den Mitarbeiter zu fordern.

Die Mitarbeiter des Unternehmens nahmen das alles allerdings auf sich und hörten jedem Anrufer geduldig zu.

Unternehmen ging in die Offensive, um mit Informationen gegen die Hetzjagd zu kämpfen

Um die Mitarbeiter zu schützen, ging das Unternehmen in die Offensive und verschickte Flyer an Tausende Haushalten in der Präfektur, in denen erklärt wurde, dass der infizierte Mitarbeiter keinen Kontakt mit Kunden hatte und dass alle Mitarbeiter, die in Kontakt mit dem Kollegen kamen, negativ getestet wurden.

Zwei Tage später erhielt das Unternehmen daraufhin einen Strauß roter Rosen mit einer Karte, auf der stand: „Ich glaube, Blumen sollten das sein, was Ihr Büro jetzt braucht, keine verleumderischen Worte.“

Seit dem Tag erhält das Unternehmen viele E-Mails und Briefe, in denen die Menschen den Mitarbeitern alles Gute wünschen und der Firma für ihr Engagement danken. Auch weitere Geschenke, wie Wassermelonen oder Süßigkeiten, folgten.

Alle Nachrichten werden im Unternehmen an eine Tafel gehängt, damit die Mitarbeiter sie lesen können, um sie so zu ermutigen, sich weiter gegen Hetzjagden einzusetzen.

Neben dem Unternehmen sprach sich auch der Gouverneur von Iwate, Takuya Tasso, entschieden gegen eine Hetzjagd aus, insbesondere kritisierte er die Menschen, die sich in den sozialen Netzwerken unangemessen Luft machten.

Der betreffende Mitarbeiter erholt sich unterdessen von seiner Infektion.

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