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38 Firmen nutzten die Daten

Japanische Firma verkauft Daten von Studenten ohne Zustimmung

Die japanische Firma Recruit Career Co. gab am 1. August zu, dass sie Vorhersagen über die Ablehnung von Stellenangeboten durch arbeitssuchende Studenten an andere Firmen verkaufte.

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Nachdem die japanische Regierung gezielt Anfragen zu den Praktiken der Firma erhalten hatte, stellte das Unternehmen den Dienst „Rikunabi DMP Follow“ bereits am 31. Juli ein.

800.000 Studenten nutzen den Dienst jährlich

Recruit Career betreibt eine Webseite namens „Rikunabi“, die eine breite Palette von Beschäftigungsinformationen bietet. Jährlich nutzten rund 800.000 Studenten die Webseite für ihre Jobsuche und mehr als 30.000 Unternehmen.

Die Daten wurden anhand eines Programms analysiert, das die Wahrscheinlichkeit berechnete, ob die Studenten ein Stellenangebot ablehnen würden.

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Basierend auf dieser Analyse konnten Unternehmen ihre Stellenanzeigen dann genau anpassen. 38 Unternehmen nutzten die Daten dafür, darunter auch größere Firmen.

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Recruit Career teilte mit, es habe nach März 2018 mit dem Verkauf von Studentendaten begonnen. Jedoch nur an Firmen, die sich bereit erklärten, diese Daten nicht für eine Einstellungsentscheidung zu verwenden.

Das Unternehmen versichert, dass es bei der Registrierung von Studenten zur Nutzung der Rikunabi-Webseite die Zustimmung erhalten hat, die Daten gemäß dem Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten zu verwenden.

Datenweitergabe als bedenklich eingestuft

Die Kommission für den Schutz persönlicher Daten entschied allerdings, dass die den Studenten angebotene Erklärung zu dem Dienst nicht transparent genug war und führte Anfang Juli Gespräche mit dem Unternehmen. Aufgrund der Bedenken beschloss Recruit Career den Dienst einzustellen.

In einer Erklärung, die am 1. August auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht wurde, schrieb Recruit Career: „Wir werden den Service aussetzen, bis wir die Überprüfung einer besseren und klareren Methode abgeschlossen haben, mit der erklärt wird, wie die personenbezogenen Daten der Schüler Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.“

Das Unternehmen entschuldigte sich auch dafür, dass es „Studenten und verwandten Parteien große Unannehmlichkeiten bereitete“, vor allem Unternehmen und Universitäten.

Die Reaktion auf den Dienst von Recruit Career folgt einer globalen Gegenreaktion gegen IT-Giganten, die sensible Daten von Benutzern abrufen und die persönlichen Informationen für ihre finanziellen Gewinne nutzen.

Quelle: MA, AS

 

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