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Unternehmen wollen den Paaren die gleichen Vorteile bieten, die Hetero-Ehepaare haben

Japanische Firmen fangen an offizielle gleichgeschlechtliche NGO-Partnerschaften zu akzeptieren

In Japan ist nach wie vor die gleichgeschlechtliche Ehe nicht möglich. Allerdings bieten immer mehr Gemeinden offizielle Zertifikate für Partnerschaften an, die fast die gleichen Vorteile einer Ehe mitbringen. Allmählich gibt es auch bei Firmen ein Umdenken in der Hinsicht. Mehrere Unternehmen haben passend zur offiziellen Pride Week in Tokyo am Samstag angekündigt, dass sie gleichgeschlechtliche Partnerschaftszertifikate von Nichtregierungsorganisationen (NGO) akzeptieren.

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Ab Juli wollen 20 Unternehmen die Partnerschaften, die von NGO ausgestellt wurden, annehmen. Die Zertifikate sind nicht von der Regierung ausgestellt, sondern von dem Famiee Project. Das Projekt möchte damit nicht nur den Paaren mehr Rechte ermöglichen, sondern ebenfalls auf die Problematik aufmerksam machen, dass LGBT-Paare immer noch nicht gesetzlich die gleichen Rechte wie andere haben.

Paare erhalten nun Leistungen von der Firma

Die Zertifikate lassen sich einfach digital mit einer Smartphone-App beantragen und überprüfen. Die Identität der Paare wird dabei wie bei der Online-Eröffnung eines Bankkontos behandelt. Es wird eine Kopie von beiden Familienregistern eingereicht, die geprüft werden. Persönliche Informationen werden mithilfe von Blockchain gesichert, sodass es nichts zu befürchten gibt.

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Von Famiee wird gehofft, dass die digitalen Zertifikate dabei helfen ein Netzwerk an Partnern unter großen Unternehmen und Einrichtungen zu bilden. Umfassen wollen sie unter anderem Versicherungsunternehmen, Banken und Krankenhäuser. Sie wollen so Probleme bei privaten Unternehmen mit den Gemeindezertifikaten vermeiden.

Gemeindezertifikate machen oft Probleme

Famiee-Gründer Koki Uchiyama erklärte, dass sie den privaten Sektor so weit ändern wollen, wie sie können, damit die Paare normal behandelt werden. Für die Paare bei den Unternehmen bedeutet die neue Entwickelung, dass sie nun die gleichen Ehe- und Familienleistungen erhalten wie heterosexuelle verheiratete Paare. Unter den Unternehmen befindet sich unter anderem Mizuho Financial Group Inc., eins der größten Finanzdienstleistungsunternehmen der Welt.

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Viele begrüßen die Entwicklung mit den Zertifikaten des Projekts. Partnerschaftszertifikate der Gemeinden bieten zwar gleichberechtigten Zugang zu Sozialwohnungen oder bei medizinischen Entscheidungen, weisen jedoch trotzdem noch Probleme auf. Die Zertifikate sind nicht rechtsverbindlich und gelten immer nur in der jeweiligen Gemeinde. Wer also wegzieht, verliert das Zertifikat. Zusätzlich sind sie nicht einheitlich und räumen verschiedene Rechte ein.

Das führt wiederum dazu, dass Unternehmen es schwer haben eine Partnerschaft zu bestätigen, selbst wenn es umfassende Unternehmensregeln von Leistungen für gleichgeschlechtliche Paare gibt. Mizuho hatte unter anderem das Problem. Seit 2016 gibt es eheliche und familiäre Vorteile wie genehmigten Familienurlaub und Hochzeitsgeschenke. Allerdings galten die Reglungen nur für Personen mit einer nachgewiesenen Partnerschaft. Daher griffen sie eher zur Wohnsitzbescheinigung.

Mehr Privatsphäre

Mit dem Zertifikat haben sie nun jedoch einen zuverlässigeren Beleg. Mizuho betont dazu, dass sie ein integratives Arbeitsumfeld für unterschiedliche Menschen fördern wollen. Die Zertifikate bringen noch einen anderen Vorteil mit sich.

Paare müssen sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Bei dem Beleg der Regierung müssen beide Personen in ein städtisches Amt. Viele wollen jedoch ihre Beziehung nicht öffentlich machen und holen sich deswegen kein Zertifikat. Da die Zertifikate bei Famiee komplett online beantragt werden, muss sich niemand zwanghaft outen und kann sich den Weg zum Amt sparen.

Kyodo

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