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Freiwillige Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus

Japanische Geschäfte schließen wegen der Coronavirus-Pandemie freiwillig

Da sich die japanische Regierung davor sträubt den Ausnahmezustand zu verhängen, nehmen Geschäfte, Restaurants und Bars in Japan die Sache nun selbst in die Hand und schließen ihre Unternehmen freiwillig.

In ganz Tokyo werden ab diesem Wochenende Karaoke-Bars, Vergnügungszentren, Einkaufszentren, Kinos und Izakaya-Bars geschlossen und in vielen Fällen schließen Ketten landesweit ihre Filialen für mehrere Tage.

Unternehmen reagieren auf die Aufforderung zu Hause zu bleiben

Damit reagieren die Unternehmen auf den Aufruf von Tokyos Gouverneurin Yuriko Koike, dass die Menschen zu Hause bleiben sollen. Anders als zum Beispiel in Europa verzichtet Japan im Moment noch auf Maßnahmen, die Menschen einschränken und nicht systemrelevante Unternehmen zum Schließen zwingen.

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Da die Präfekturen keine rechtliche Möglichkeit haben, selbst den Ausnahmezustand zu verhängen, konzentrieren sie sich darauf, die Menschen zu ermutigen vorsichtig zu sein und zum Beispiel Restaurants zu meiden. Auf diese Aufforderung reagieren nun immer mehr Unternehmen, die ihre Geschäfte schließen.

Keine leichte Entscheidung

Doch die Entscheidung, sein Geschäft zu schließen ist alles andere als leicht. Kleine Unternehmen kämpfen mit Umsatzeinbrüchen und börsennotierte Unternehmen werden vom Markt bestraft.

Die Aktien von Round One Corp, einem Betreiber von Vergnügungszentren, verloren bis zu 14 Prozent, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, alle seine Geschäfte zu schließen. Die Aktien der Yakitori-Restaurantkette Torikizoku Co. verloren so viel an Wert, wie es seit dem Börsengang 2014 noch nicht vorgekommen ist.

Die japanische Regierung bietet Unternehmen, die zur Schließung von Geschäften gezwungen sind Subventionen an, solange sie Arbeitsplätze erhalten.

Bahnbetreiber verzeichnen Rückgang an Passagieren

Auch die Bahnbetreiber verzeichnen einen Rückgang an Passagieren, wie das vergangene Wochenende in Tokyo zeigt. Fast 80 Prozent weniger Fahrgäste als üblich wurden an den zwei Tagen gemessen.

Der Zeitpunkt der Coronavirus-Pandemie hätte nicht schlechter sein können. Im April beginnt für viele Universitäten und Unternehmen ein neues Jahr, die typischerweise einen Aufschwung durch Studenten und Mitarbeiter sehen, die nachts mit einer Karaoke-Runde feiern – einer typischen Wahl für die After-Party. Da sich die Öffentlichkeit jedoch zunehmend der Notwendigkeit einer sozialen Distanzierung bewusst wird, haben viele bereits begonnen, keine Partys zu veranstalten.

Liste der Unternehmen, die geschlossen haben:

Karaoke: Die Koshidaka Holdings Co. – die Manekineko, Japans größte Karaoke-Kette betreibt – schließt von Freitag bis zum 13. April 200 Geschäfte. Auch Daiichikosho Co. – Betreiber des Konkurrenten Big Echo – wird bis zum 12. April fast 200 Geschäfte schließen.

Izakaya, Bars und Restaurants: AP Co. hat ab Donnerstag landesweit alle Geschäfte geschlossen, einschließlich der beliebten Tsukada-Nojo-Kette. Torikizoku Co. wird alle 394 seiner Yakitori-Filialen schließen und Kushikatsu Tanaka Holdings Co. wird von Samstag bis zum 12. April 116 Geschäfte schließen. Der britische Kneipenbetreiber Hub Co. wird an diesem Wochenende landesweit alle seine Kneipen schließen – drei Geschäfte in Sendai sind vorerst geschlossen, nachdem sich dort einige Menschen mit dem Virus infiziert haben.

Einzelhändler: Matsumotokiyoshi Holdings sagte, dass es an diesem Wochenende 15 seiner Drogerien in beliebten Einkaufs- und Unterhaltungsbezirken in Tokyo und Osaka schließen wird.

Kaufhäuser: Der Kaufhausbetreiber Isetan Mitsukoshi Holdings sagte Anfang der Woche, dass er seine Hauptgeschäfte, darunter drei Flagshipstores in der Hauptstadt des Landes, an den Wochenenden bis zum 12. April schließen werde. Shibuyas legendäres 109er-Kaufhaus, ein Mekka für Teenager-Mode, wird von Samstag bis 12. April geschlossen.

Andere: Round One schließt alle 103 Vergnügungszentren im ganzen Land ab Samstag, da der Plan, nur eine Handvoll zu schließen und die Öffnungszeiten an anderen Orten zu reduzieren rückgängig gemacht wurde. Der Betreiber des Pachinko-Salons, Maruhan Co., wird am Samstag und Sonntag alle 16 Geschäfte in Tokyo schließen, plant aber laut Berichten am Montag um 10 Uhr wieder zu öffnen.

TJT

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