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Japanische Highschool-Schülerinnen kämpfen mit Gipfeltreffen gegen Sexismus

350 Personen nahmen an dem Treffen teil, an dem fünf Schulen beteiligt waren

In den letzten Monaten zeigte sich erneut, dass es in Japan einen tief verwurzelten Sexismus gibt. Die Frauen im Land wollen jedoch etwas dagegen unternehmen und für ihr Recht auf Gleichberechtigung kämpfen. Deswegen veranstalten nun fünf Mädchen-Highschools aus ganz Japan ein Gipfeltreffen, um dem Sexismus ein Ende zu setzen.

Am 16. November fand das Treffen mit etwa 350 Teilnehmern in Kumamoto statt. Organisiert wurde es von der Kumamoto Shin-Ai High School und Schülerinnen von der Kenmei Joshi Gakuin High School, Saint Joseph Joshi Gakuen High School, Nanzan High School sowie der Ohyu Gakuen Girls High School waren dabei.

Ebenfalls waren der Gouverneur von Kumamoto, Ikuo Kabashima und TV-Star Suzanne anwesend. Zusammen sprachen sie bei dem Gipfel über Sexismus im Alltag und in der Arbeitswelt, unter anderem über die manipulierten Zulassungsprüfungen von zahlreichen medizinischen Fakultäten in Japan.

Bevölkerung soll Sexismus besser verstehen

Mehrere Einrichtungen gaben zu, absichtlich Frauen bei den Prüfungen schlechter bewertet zu haben, da sie lieber männliche Studenten wollten. Letztes Jahr sorgte damit vor allem die renommierte Tokyo Medical University für Schlagzeilen und große Empörung. Futaba Yonekura, ein Mitglied des Organisationskomitees des Treffens, war ebenfalls von dem Skandal schockiert.

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Sie erklärte, dass ihre Freunde jeden Tag hart lernen, um Medizin zu studieren. Doch nur wegen ihres Geschlechtes könnten ihre Bemühungen komplett umsonst sein. Yonekura sieht es deswegen als falsch an, solche Methoden einfach zu akzeptieren und stillschweigend erwachsen zu werden. Für Schülerinnen sei es deswegen produktiv gewesen, ihre Ansichten zum Sexismus auszutauschen.

Sie selbst versuchte zusammen mit Freunden, bei rund 30 Unternehmen Spenden zu sammeln, um dabei zu helfen, das Bewusstsein für Sexismus bei der Bevölkerung zu schärfen. Yonekura glaubt daran, dass sie die Kluft zwischen den Geschlechtern beseitigen können, wenn sie als Schülerinnen weiter darüber sprechen.

Gemeinsam gegen die Ungerechtigkeit

Die Nazan High School führte hingegen eine Studie durch, die sie beim Treffen vorstellten. Bei 200 befragten Eltern und Erziehungsberechtigten stellten sie fest, dass viele Frauen nach der Hochzeit oder Geburt kündigten oder ihren Arbeitsstil ändern mussten. Zusätzlich machen sie deutlich mehr Hausarbeit als die Männer.

Die Ohyu Gakuen Girls Senior High School stimmte dem zu und erwähnte einen Windelwerbespot. In dem Video sei nur eine Mutter zu sehen, die sich ganz alleine um das Kind kümmert. Die Menschen sollen sich dabei bewusst sein, dass so etwas nicht angebracht ist und es nur ein Beispiel für die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft ist.

Die Schülerinnen selbst schlugen bei dem Treffen vor, mehr weibliche Abgeordnete zu erreichen, damit sie die Erfahrungen von Frauen in der Politik widerspiegeln können. Gleichzeitig sollen sie die Frauen motivieren, weiterzuarbeiten und Männer auffordern, bei der Hausarbeit gleichermaßen zu helfen.

Das Treffen endete mit einer Erklärung der Schülerinnen, die Hikari Inagaki von der Saint Joseph Joshi Gakuen High School verlas. Sie wollen sich zusammenschließen, gemeinsam denken und handeln, um die absurde Ungleichheit in der Gesellschaft zu bekämpfen.

TAS

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