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Hilfsorganisationen versuchen trotzdem in Ländern weiter zu helfen

Japanische humanitäre Helfer im Ausland sind wegen Coronavirus zur Heimreise gezwungen

Auch in Zeiten der Pandemie unterstützen humanitäre Helfer in Krisengebieten die Menschen. Mittlerweile ist der Virus auch bei ihnen angekommen. Helfer aus Japan werden evakuiert und müssen Flüchtlinge sowie andere Hilfsbedürftige Menschen zurücklassen.

Gleich mehrere Nichtregierungsorganisationen haben bestätigt, dass sie ihre Mitarbeiter zurückrufen. Grund dafür sind die strengeren Reisebeschränkungen und die schlechten Gesundheitssysteme in den Ländern. Der Senior Managing Director von Association for Aid and Relief Japan (AAR), Yoshiteru Horie, hat deswegen keine andere Wahl. Zahlreiche Mitarbeiter aus rund zehn Ländern werden zur Sicherheit zurück nach Japan geholt.

Kaum hygienische Mittel und medizinische Versorgung

Aya Fujita von der AAR berichtete über Uganda, dass die sanitären Einrichtungen schlecht sind. Der Virus kann sich demnach schnell verbreiten. Fujita half Flüchtlingen aus dem Südsudan und erklärte, dass das nächste gut ausgerüstete Krankenhaus in Kampala zehn Autostunden entfernt ist.

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Schon im März flog Fujita zurück nach Japan, nachdem Uganda Inlandsreisen und internationale Flüge eingeschränkt hatten. Vorab hatte ihr der Leiter der Flüchtling noch gesagt, dass es kaum Seife und Desinfektionsmittel mehr gäbe.

Für sie sei die Situation schon schlimm und selbst der Wegbruch von nur einem kleinen Teil der Unterstützung ist deswegen sehr schwierig für die Organisation. Besonders besorgt ist sie wegen der Kinder und Frauen. Fujita selbst versteht jedoch die Maßnahme, da eine Ansteckung für sie unter den Umständen lebensgefährlich ist. Gleichzeitig sollen sie, als Helfer verhindern eine Quelle für den Virus zu werden.

So viel helfen, wie nur geht

Fujita hat mittlerweile das Gefühl, dass sich die Sicherheitslage in Uganda schnell verschlechtert, nachdem sie Berichte gelesen hat, wo lokale Behörden mit Gewalt die Menschen zwingen zu Hause zu bleiben. Das Bildungsprogramm der Organisation wird wegen der Schulschließungen und dem Versammlungsverbot gestoppt. Fujita versucht trotzdem zu helfen und arbeitet nun von Tokyo aus an der Unterstützung der Flüchtlinge. Die Menschen sollen trotz der derzeitigen Lage nicht die Leute vergessen, die in einer viel gefährdeteren Lage sich befinden.

Das Japan International Volunteer Center (JVC) hat gleichermaßen Personal auf Kambodscha und Laos evakuiert. Nur in Gebieten mit geschlossenen Flughäfen, wie im Sudan, befinden sich Mitarbeiter, die jedoch beschränkt Inlandsreisen durchführen dürfen. Es wird weiterhin mit lokalen Organisationen zusammengearbeitet, um Kleinkinder zu ernähren und um Bildung zu sichern. Besorgt über die Auswirkung der Abwesenheit von Helfer ist man trotzdem besorgt.

Rückkehr zum Normalzustand kann dauern

Die Medecins Sans Frontieres Japan (MSF) schickte 40 Mitarbeiter aus 20 Ländern heim. Die restlichen Personen werden wie normal medizinische Hilfe leisten und Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus ergreifen. MSF gibt an, dass die Länder dringend medizinische Unterstützung benötigt, weswegen sich nicht komplett evakuieren können.

Da in Japan gerade der Ausnahmezustand bis zum 31. Mai verlängert wurde und sich die Situation nicht einschätzen lässt, kann niemand sagen, wann die Helfer wieder arbeiten können. Es wird gehofft, dass Organisationen möglichst schnell wieder normal helfen können und dass sie zumindest aus der Ferne etwas Unterstützung bereitstellen.

Kyodo

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