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Identität von Verfasser soll offengelegt werden

Japanische Mutter geht gegen diffamierende Kommentare über ihre vermisste Tochter vor

Wenn ein Kind spurlos verschwindet, ist das für Eltern oft einer der schlimmsten Momente ihres Lebens. Noch härter wird es für sie, wenn sie selbst beschuldigt werden. Eine Mutter aus Narita, Chiba wehrt sich nun gegen den Vorwurf, ihre eigene Tochter ermordet zu haben.

Tomoko Ogura wurde zur Zielscheibe anonymer Personen, nachdem sie online Posts zu ihrer vermissten Tochter erstellt hat. September 2019 war das sieben Jahre alte Mädchen verschwunden, als die Familie zusammen mit 20 anderen Familien in Doshimura in Yamanashi campen war.

Personen behaupten, die Mutter selbst hat das Kind verschwinden lassen

Sie wollte sich nur mit Freunden treffen, um mit ihnen zusammenzuspielen. Das Mädchen kam jedoch nie nach Hause und hatte sich wohl auch nicht mit den anderen Kindern getroffen. Nach einer Woche intensiver Suche in den umliegenden Wäldern wurde die Suche von der Polizei abgebrochen.

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Ogura gab jedoch nicht auf und verteilt mehrmals die Woche auf der Straße Flyer, um nach ihrer Tochter zu suchen. Ebenfalls schreibt sie Posts auf sozialen Medien, in der Hoffnung, dass irgendwer ihr Kind gesehen hat.

Während sie viel Unterstützung erhält, bekommt sie aber auch immer mehr Hasskommentare. Unter anderem wird ihr vorgeworfen, dass sie schuld am Verschwinden ist. Eine Person schrieb sogar, dass Ogura ihre Tochter ermordet hat und sie genau weiß, wo sie ist.

Klage soll Hasskommentare stoppen

Auch nach Fernsehauftritten wurde sich über sie lustig gemacht und Personen beschuldigten sie, dass sie alles nur schauspielert. Die Lage verschärfte sich als ein Paar, das diffamierende Aussagen über Ogura postete, zu ihr nach Hause kam und mit ihrer ältesten Tochter sprach. Das Gespräch filmten sie und stellten es ungefragt online. Ogura wurde von dem Vorfall so sehr eingeschüchtert, dass sie Angst hatte, das Haus zu verlassen.

Ogur lässt sich das jedoch nicht gefallen und will nun rechtliche Schritte ergreifen, um die diffamierenden Kommentare gegen sie zu stoppen. Sie reichte kürzlich eine Klage beim Bezirksgericht von Tokyo ein, um die Identität der Verfasser der Post offenlegen zu lassen.

Sollte sie die Klage gewinnen, will sie von den Personen Schadensersatz fordern. Es geht dabei ihr nicht nur um ihren Ruf, sondern auch um ihr vermisstes Kind. Sie will nicht, dass ihre Tochter bei ihrer Rückkehr von den böswilligen Kommentaren verletzt wird.

Erster Mann wurde bereits verurteilt

Es ist dabei nicht das erste Mal, dass sie gegen Kommentare vorgeht. Es wurden bereits zwei Männer aus Shizuoka festgenommen, die nicht nur sie beschuldigten, sondern sie auch bedroht hatten. Einer von ihnen drohte sie wegen der angeblichen Ermordung der Tochter umzubringen. Er wurde letztes Jahr vor Gericht dafür verurteilt.

Ogura will weiterhin Beiträge zu ihrer Tochter veröffentlichen, auch wenn sie weiterhin attackiert wird, damit sie doch vielleicht neue Informationen zu ihrem Aufenthaltsort erhält. Sie will keine Möglichkeit auslassen, die dabei hilft ihr Kind endlich wieder in den Armen zu halten.

Cybermobbing durch diffamierende Kommentare wird in Japan ein immer größeres Problem. Laut dem Innenministerium wurden im Geschäftsjahr 2010 um die 1.300 Beschwerden wegen schädlicher Kommentare eingereicht. 2015 lag die Zahl bereits bei 5.000 und sie stieg in den letzten Jahren weiter an.

Eine Gruppe, die gegen derartige Kommentar vorgeht, bestätigte, dass besonders in der Pandemie Hassnachrichten im Internet stark zunehmen. Umso wichtiger ist es deswegen, dass die Regierung hart gegen solche verletzenden Kommentare vorgeht.

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