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Rassismus soll gestoppt werden

Japanische Polizei fordert Beamte auf, Racial Profiling zu vermeiden

Japans nationale Polizeibehörde versucht das Racial Profiling zu unterbinden, nachdem in der letzten Zeit immer mehr Fälle öffentlich wurden.

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Die Behörde hat bereits im Dezember eine Empfehlung an alle Polizeikräfte des Landes herausgegeben. In dieser heißt es, Personen sollen nicht auf eine Art und Weise befragt werden, die als rassistisch motiviert wahrgenommen werden könnte.

Reaktion auf Tweet der US-Botschaft über Racial Profiling

Die Polizeibehörde reagierte damit auf einen Tweet der US-Botschaft vom 6. Dezember, in dem geschrieben wurde, dass mehrere Berichte über Racial Profiling bei ihnen eingegangen seien. Mehrere Ausländer berichteten, dass sie von der Polizei festgenommen, befragt und durchsucht worden sind.

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Als Racial Profiling bezeichnet man das polizeiliche Handeln, aufgrund von Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit und nationaler Herkunft jemanden zu verdächtigen, illegale Handlungen durchzuführen, ohne dass ein begründeter Verdacht besteht.

In der Empfehlung heißt es, Polizeibeamte sollten bei der Auswahl der anzuhaltenden und zu befragenden Personen ihre Entscheidungen nicht ausschließlich auf deren Aussehen, wie z. B. Hautfarbe und Kleidung, stützen.

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Eine Anfang des Jahres veröffentlichte Umfrage der Anwaltskammer Tokyo über die polizeiliche Behandlung von Menschen mit ausländischen Wurzeln zeigt, dass 62,9 Prozent der Befragten angaben, in den letzten fünf Jahren unbegründet von der Polizei kontrolliert worden zu sein.

Immer mehr Ausländer in Japan beschreiben, was ihnen passiert ist

Auch in den sozialen Medien nehmen die Beschwerden über Racial Profiling der japanischen Polizei zu.

Im Januar 2021 beschrieb ein Englischlehrer, der eine japanische Mutter und eine bahamaischen Vater hat, dass die Polizei in Tokyo ihm erklärte, ihn kontrolliert zu haben, weil ihrer Erfahrung nach viele Menschen mit Dreadlocks Drogen bei sich haben.

Auch in der japanischen Politik ist das Problem mittlerweile angekommen. Im März bat ein Abgeordneter der Opposition in einer Sitzung des Oberhausausschusses um eine Stellungnahme der Regierung zu einem Fall von Racial Profiling. Er führte dabei ein Beispiel an, bei dem die Polizei das Auto eines Mannes anhielt und nach seinem Führerschein fragte, weil es für sie seltsam war, einen Ausländer am Steuer zu sehen.

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Der Vorsitzende der Nationalen Kommission für öffentliche Sicherheit, Satoshi Ninoyu (LDP), verurteilte in seiner Antwort die Erstellung von Täterprofilen und sagte: „Es ist inakzeptabel, dass die Polizei Befragungen aus Gründen wie Rasse oder Nationalität durchführt.“

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