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Japanische Polizei gibt Namen und Details zum Brandstifter von Kyoto Animation bekannt

Täter ist immer noch im Krankenhaus

Nach dem schrecklichen Anschlag auf Kyoto Animation kommen mittlerweile immer mehr Details über den Täter ans Licht. Nachbarn sprachen mit Reportern über den Brandstifter, der wohl sehr zurückgezogen lebte und Probleme machte. Die Polizei bestätigte hingegen den Namen des Festgenommenen.

Nachbarn berichteten, dass der 41-jährige Shinji Aoba den ganzen Tag nur Videospiele spielte und Kontakt mied. Seine Wohnung liegt in der Stadt Omiya in Saitama und ist Hunderte Kilometer von Kyoto Animation entfernt. Obwohl er im Erdgeschoss des zweistöckigen Gebäudes wohnte, sahen ihn die Bewohner nur selten und er sprach kaum mit ihnen.

Sie beschrieben ihn als dick, ungepflegt und mit unreiner Haut. Am Tag sahen sie ihn kaum, nicht mal im Supermarkt. Dafür verließ er wohl häufig erst um Mitternacht seine Wohnung, wie ein 27-jähriger Bewohner erklärte. Allgemein fühlten sich die Nachbarn von der ständigen Musik von den Videospielen aus seiner Wohnung genervt. Beschwerden aufgrund des Lärms brachten jedoch nichts.

Täter war vorab schon aggressiv

Kurz vor dem Anschlag auf das Animationsstudio kam es am Wohnungskomplex am 14. Juli zu einem Vorfall. Aoba schlug gegen seine Zimmerwand und beschwerte sich angeblich wegen des Lärms. Als der Nachbar an seiner Tür klopfte, um ihm zu sagen, dass der Krach von einer anderen Wohnung komme, hörte er Gejammer aus der Wohnung.

Der Nachbar machte sich Sorgen und betrat er die Wohnung. Dort traf er auf Aoba mit blutunterlaufenen Augen, der ihn anschrie. Anschließend griff er den Mann an, packte ihn am Kragen, zog ihn an den Haaren und drohte, ihn zu töten. Der Nachbar erklärte Reportern, dass er wirklich erschrocken war, jedoch halbwegs unverletzt aus dem Vorfall kam. Die Polizei in der Nähe reagierte trotz eines anschließenden Anrufs nicht.

Es war allerdings nicht das erste Mal, dass Aoba auffällig war. Er zog nach Omiya vor drei Jahren, nachdem er zuvor im Gefängnis gewesen war. Grund dafür war ein Raub in einem Lebensmittelgeschäft östlich von Tokyo im Jahr 2012. Ebenfalls war er bereits wegen psychischer Probleme in Behandlung.

Täter immer noch nicht vernehmungsfähig

Trotz seiner düsteren Vergangenheit und seines merkwürdigen Verhaltens rechnete keiner der Anwohner mit einer derartigen Gewalttat. Viele waren schockiert von dem Vorfall, da es in der Gegend normalerweise ruhig und friedlich war. Der Brandanschlag am Donnerstag auf Kyoto Animation kostete aktuell 34 Menschen das Leben und ist der schlimmste Massenmord seit zwei Jahrzehnten in Japan.

Aoba selbst erlitt bei der Brandstiftung im Eingang des Studios schwere Verletzungen und liegt aktuell in einem Universitätskrankenhaus. Nach bisherigem Stand wollte er sich an dem Studio rächen, da sie wohl seinen Roman stahlen. Die Polizei und das Studio selbst konnten den Vorwurf bis jetzt in keinster Weise bestätigen. Die Ermittlungen laufen jedoch noch und die Polizei will Aoba weiter befragen, wenn es ihm besser geht. Im Moment ist er noch bewusstlos und befindet sich in einem kritischen Zustand.

Die Polizei bestätigte ebenfalls, dass sich Aoba vor dem Anschlag bereits direkt in der Nähe des Studios aufhielt. Einen Tag zuvor sah ihn eine Frau wohl im Park nur 500 Meter von Kyoto Animation entfernt. Den gleichen Mann sah sie am Tag des Anschlags zwei Stunden vorher auf der gleichen Bank sitzen. Sie sei sich zwar nicht sicher, ob es Aoba war, der Mann trug allerdings die gleiche Kleidung wie Aoba bei der Festnahme.

Gedenkpark soll an die Opfer erinnern

Im Park fand die Polizei mehrere leere Kisten, in denen ursprünglich wohl Tanks mit Benzin waren. Insgesamt kaufte Aoba 30 Minuten vor dem Anschlag 40 Liter an einer Tankstelle. Angestellten erklärte er, dass das Benzin für einen Generator sei. Zu Fuß mit einem Handwagen brachte er den Brennstoff zum Studio und verteilte wohl das Benzin mithilfe eines Eimers im Erdgeschoss.

Die Namen der Opfer will die Polizei weiterhin nicht veröffentlichen, da ihre Identität immer noch nicht gesichert ist. Die meisten von ihnen starben an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Fünf töteten allerdings die Flammen. Kyoto Animations Präsident Hideaki Hatta gab bereits bekannt, dass er überlege, das ausgebrannte Gebäude abzureißen und einen Gedenkpark an der Stelle zu errichten.

Auf jeden Fall will er zumindest das Gebäude beseitigen. Er dankte gleichzeitig allen Menschen für die Botschaften und Anteilnahme aus aller Welt. Demnächst soll es einen Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Angestellten geben, um ihnen zu gedenken.

Quelle: Reuters, TAS

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4 Kommentare

  1. Wer hätte das denn Ahnen können. Aggression führen nicht immer in so eine Richtung. Der Polizei trifft keine Schuld.

  2. Typisch japanische Polizei. Nehmen überhaupt nichts ernst und reagieren erst, wenn’s schon längst zu spät ist.
    Hätte man den Kerl schon vorher in die nächste Psychiatrie geschickt, hätte man das Schlimmste verhindern können. Aber nein…..

    Wobei… unsere Polizei ist ja auch nicht viel besser.

    • Das ist doch nicht typisch japanische Polizei. In Deutschland ist das nicht anderst. Da musst du erst ein Messer im Rücken haben bevor du bei der Polizei ernst genommen wirst.

      • Was wir primär den Leuten zu verdanken haben, die wegen jeder Kleinigkeit die Polizei einschalten und dabei maßlos übertreiben. Entsprechend viele solcher Fälle und die Gefahr ist hoch dann bei einem wirklichen Ernstfall diesen nicht ernst zu nehmen. Leider eine sehr menschliche Eigenschaft.

        Man kennt ja die Story mit dem Kind, dass zum Spaß immer Hilfe ruft und als er wirklich Hilfe braucht reagiert Niemand mehr. Ganz ähnliches Prinzip.

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