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Mehr Designs und Farben

Japanische Schulranzenhersteller setzten auf geschlechtsneutrale Farben

An japanischen Grundschulen ist es immer noch üblich, dass Kinder einen sogenannten „Randoseru“ haben. Bei den japanischen Schulranzen gab es dabei in den letzten Jahren die Regel, dass Mädchen eine rote Tasche haben und Jungs einen Schwarzen. Die großen Hersteller wollen davon jetzt aber immer mehr weggehen und viele verschiedene Farben sowie Designs anbieten.

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Das Lederwarenunternehmen Tsuchiya Kaban Co., der große Einzelhändler Aeon Co. und auch der Büromöbelhersteller Itoki Corp. haben angefangen, geschlechtslose „Randoseru“ anzubieten. Die größere Auswahl kam dieses Schuljahr bereits gut an und auch schon die nächste Generation an Erstklässlern ist auf das Angebot aufmerksam geworden.

Kinder sollen sich frei ihren Schulranzen auswählen können

Während der Rucksack-Messe von Tsuchiya Kaban im März konnten Kinder die Rucksäcke ausprobieren und viele zeigten sich begeistert. Das Unternehmen hatte insgesamt 130 Schulranzen in 63 Designs und rund 50 Farben ausgestellt. Als besonders beliebt erwies sich die „Reco“-Reihe, die damit wirbt, dass man sich die Farbe aussuchen soll, die einen am besten repräsentiert.

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Man geht damit gegen die Tradition der roten und schwarzen Taschen vor. Das hat aber auch einen Preis. Die Basismodelle der Reihe kosten 82.000 Yen (ca. 608,28 Euro) und sind in eher in den einfachen Farben Rot, Schwarz, Marineblau, Braun und Grau erhältlich. Bei der Premium-Version für 83.000 Yen (ca. 615,69 Euro) gibt es die Taschen in leuchtenden Blau, Khaki und Orange.

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Eine PR-Beauftragte von Tsuchiya Kaban erklärte, dass man von der Idee weg will, dass eine Farbe nur für Jungs oder Mädchen ist. Sie wollen mit den Schulranzen helfen, eine Umgebung zu schaffen, in der Kinder frei wählen können, was sie mögen. Andere Hersteller denken so ähnlich.

Eltern unterstützen mehr Farbvielfalt

Aeon hat bereits 2001 sein Angebot auf 24 Farben erhöht. Kunden wünschten sich aber mehr Designs zu den Farben. Das Unternehmen hat deswegen für dieses Schuljahr seine Taschen angepasst und bietet jetzt einfachere, neutralere Designs an. Auch Itoki bietet neutralere Designs an und von den 25 neuen Modellen werden sechs offiziell als Unisex geführt.

In anderen Bereichen gibt es ebenfalls ein Umdenken und immer mehr Schulen bieten geschlechtsneutrale Schuluniformen an. Der außerordentliche Professor der University of Marketing and Distribution Sciences, Kozue Goto, erklärt, dass junge Menschen Geschlechtslosigkeit mehr akzeptieren. Unternehmen sollten deswegen die Chance nutzen und ihre Produkte sowie Dienste anpassen.

Aber auch Eltern zeigen sich offener. Eine Umfrage von Tsuchiya Kaban mit 326 Eltern zeigt, dass man geschlechtsspezifische Farben eher ablehnt. 83,1 Prozent waren für die Abschaffung der zugeschriebenen Farben bei den Schulranzen.

Bei der Frage, was beim Kauf der Taschen am wichtigsten sei, gaben 71,5 Prozent an, dass das Kind das Design und die Farbe mag. Erst danach folgte die Leichtigkeit der Taschen mit 52,5 Prozent und der Preis mit 47,5 Prozent.

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