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Japanische Selbstverteidigungskräfte werben mit Anime-Mädchen und ernten einen Shitstorm

Ein Rekrutierungsbüro für die SDF (Selbstverteidigungskräfte) sorgte mit einem Poster für Aufsehen. Es soll eigentlich für die Rekrutierung werben. Doch es zeigt weibliche Anime-Charaktere mit superkurzen Röcken, unter denen sogar vermutlich die Unterwäsche sichtbar ist.

Ein solches Poster hat leider recht wenig mit dem zu tun, wofür es werben soll. Zudem haben einige die Abbildungen sogar als eine Form der sexuellen Belästigung beschrieben. Das Plakat bildet drei weibliche Charaktere von „Strike Witches“, einer Anime-Serie, die Luftkämpfe zum Thema hat, ab. Zwei der Figuren scheinen unter ihren Kostümen blaue Unterwäsche zu tragen. Diese ist unter den besonders kurzen Röcken sichtbar. Das Rekrutierungs-Poster erstellte das SDF-Büro Shiga Provincial Cooperation in Otsu. Nach der Veröffentlichung im vergangenen Herbst erschien dieses Bild auf der Webseite des Büros, auf Facebook, Twitter und auch in den regionalen SDF-Büros der gesamten Präfektur.

In einem Telefoninterview wies der Sprecher des Büros den Vorwurf der sexuellen Belästigung durch das Poster zurück. Er erklärte: „Wir haben nur die vorhandenen Anime-Werke von Kadokawa Corp. verwendet.“ Des Weiteren fügte er hinzu, die Wahl sei auf die Charaktere von Strike Witches gefallen, da sie so junge Leute ansprechen wollten. Sie hätten nicht wirklich darauf bestanden, weibliche Charaktere zu verwenden. Auf diese Weise versucht er, die fragwürdige Entscheidung zu begründen. Warum genau dieses Bild mit so deutlich erkennbarem Blick unter die Röcke der weiblichen Charaktere letztendlich gewählt wurde, erklärt er nicht.

Ungewöhnliche Werbe-Poster für schwere Zeiten

Kyoto-Shimbun berichtete zum selben Thema in einem eigenen Artikel. Dort gibt es eine Erklärung, warum das Bild nie als unangemessen eingestuft wurde. Das, was unter den Röcken der Charaktere sichtbar ist, seien keineswegs Unterhosen, sondern gewöhnliche – wenn auch ganz extrem kurze – Hosen. Somit könnte das Bild nicht als unangemessen oder gar als sexuelle Belästigung betrachtet werden. Mit dieser Begründung schafften die drei Charaktere es auch auf die zahlreichen Poster und Online-Seiten der SDF.

Ob es nun Absicht war oder nicht: Die Poster sorgen für eine Menge Wirbel um die SDF. Nicht unbedingt im Guten. Denn vor allem die Erklärungen und Rechtfertigungen lassen zu Wünschen übrig. Denn auch einige Kommentare online zeigen, dass vielleicht auch ein anderer Weg der Werbung möglich gewesen wäre. „Bilder von SDF-Mitarbeitern, die im Katastrophenrekonstruktionsprozess arbeiten, sind sehr viel cooler!“, schreibt eine Person. Jemand anderes weist auf die ernsthafte Arbeit der Männer und Frauen hin und hätte lieber ein Poster mit einer Uniform gesehen, die für SDF-Mitglieder angemessen ist.

Leider hat die Vergangenheit gezeigt, dass herkömmliche Werbung wenig Früchte trug. Der schrumpfende Pool junger Bewerber und die robuste Wirtschaft Japans sorgen für einen zunehmenden Personalmangel. Im vergangenen Oktober erhöhte das Verteidigungsministerium die oberste Altersgrenze für Bewerber von 26 auf 32 Jahre. Angesichts dieser starken Probleme ist es essentiell, mit Werbung junge Menschen für die Arbeit zu interessieren. Aufmerksamkeit erhielten sie dank des Posters auf jeden Fall. Hoffentlich gibt es bald auch mit anderer Werbung wieder mehr Bewerber.

Quelle: JapanTimes

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