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Hohe Kosten, aber keinen Nutzen

Japanische Städte zahlen für Staudämme, nutzen sie aber nicht

Einige Städte in Japan haben Staudämme gebaut, um eine stabile Wasserversorgung zu garantieren und zahlen auch weiterhin dafür, nutzen sie aber nicht.

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Laut japanischen Medien haben 11 der 71 Wasserversorger, die an staatlich geführten Projekten zur Sicherung einer stabilen, regionalen Wasserversorgung beteiligt sind, die Dämme nie genutzt.

Wasserverbrauch in Japan sinkt

Ein Grund dafür, warum immer mehr Versorger die Staudämme nicht nutzen, liegt darin, dass die Bevölkerungszahl in Japan sinkt und die Menschen sparsamer werden.

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Nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales ist die verbrauchte Wassermenge in ganz Japan zurückgegangen.

Das Ministerium prognostiziert, dass der Wasserverbrauch in Japan bis 2040 auf 30 Prozent unter den Wert des Jahres 2000 sinken wird. Diese Schätzung basiert auf den Erwartungen in Bezug auf die schrumpfende Bevölkerung und den sparsamen Umgang mit Wasser.

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Die 11 Wasserversorger haben insgesamt 57,6 Milliarden Yen (ca. 432 Millionen Euro) für den Bau der Dämme bezahlt. Jährlich kommen noch einmal rund 200 Millionen Yen (ca. 1,4 Millionen Euro) für die Instandhaltung und Verwaltung hinzu.

Mit dem Bau der meisten dieser Dämme wurde in den 1970er- oder 1980er-Jahren begonnen, als die Bevölkerung Japans wuchs.

Neun der elf Wasserversorger, darunter Sukumo in der Präfektur Kochi, gaben in einer Umfrage an, dass sie davon ausgehen, dass die Nachfrage nach Wasser auch in Zukunft weiter steigen wird.

Higashikawa in Hokkaido und Nagai in der Präfektur Yamagata, die auf Grundwasser angewiesen sind, erklärten in der Umfrage, sie hätten sich an den Staudammprojekten beteiligt, um für den Fall gerüstet zu sein, dass ihre Wasservorräte erschöpft sein sollten.

In Japan schreibt das Gesetz für die Nutzung von Mehrzweckdämmen vor, dass sich die Versorgungsunternehmen an den Kosten für den Bau eines Dammes im Verhältnis zur Wassermenge beteiligen müssen, die voraussichtlich genutzt wird.

Außerdem muss das Versorgungsunternehmen einen Teil der Kosten für die Instandhaltung und Bewirtschaftung des Dammes übernehmen.

Hiroshima sieht teuren Staudamm als Wasserreserve

Die Stadt Hiroshima zahlte 36,5 Milliarden Yen, das sind 20 Prozent der Baukosten für den Nukui-Damm in Akiota. 2003 wurde der Staudamm fertiggestellt und die Stadt zahlt jährlich rund 100 Millionen Yen (ca. 734.600 Euro) an Wartungskosten.

Hiroshima beschloss 1979, sich an dem Projekt zu beteiligen und ging davon aus, der Wasserbedarf würde sich deutlich erhöhen. Da sich immer mehr Unternehmen in der Stadt niederließen und auch die Einwohnerzahl insgesamt wuchs, wurde ein täglicher Wasserbedarf von 680.000 Kubikmetern prognostiziert. Allerdings hat sich dieser Trend schnell umgekehrt.

Seit dem Höchststand von 540.000 Kubikmetern Wasser pro Tag im Jahr 1990 ist der Wasserverbrauch stetig zurückgegangen. Bis 2020 auf 410.000 Kubikmeter pro Tag.

Die Stadt sieht den Staudamm allerdings als Reservewasserquelle und teilt diesen Standpunkt mit anderen Wasserversorgern.

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