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HomeNachrichten aus JapanJapanische Stiftung wird wegen Corona-Todesfall verklagt

Stiftung verhielt sich angeblich fahrlässig

Japanische Stiftung wird wegen Corona-Todesfall verklagt

In Japan sind bereits zahlreiche Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. In einigen Fällen hätte man den Tod vermutlich verhindern können. Das empfindet eine Witwe aus Yokohama auch und sie verklagt nun den Arbeitgeber ihres verstorbenen Mannes.

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Die Frau hat zusammen mit zwei weiteren Personen beim Bezirksgericht von Tokyo eine Klage gegen die Defense Technology Foundation eingereicht, für die ihr Mann gearbeitet hat. Laut ihr hätten sie verhindern können, dass ihr Mann und seine Mutter an dem Virus sterben.

Cluster-Infektion brach am Arbeitsplatz aus

Die Stiftung hat es laut der Witwe versäumt, Maßnahmen gegen Infektionen am Arbeitsplatz zu ergreifen. Die Firma hat damit gegen die „Verpflichtung zur Gewährleistung der Sicherheit seiner Mitarbeiter verstoßen“. So wurde dem ersten Mitarbeiter, der Symptome meldete, ein PCR-Test verweigert und er kam weiter normal zur Arbeit.

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Dadurch soll am 24. März 2020 eine Cluster-Infektion ausgebrochen sein, von der auch der Mann wohl betroffen war. Als Entschädigung fordert die Frau nun eine Summe von 87 Millionen Yen (ca. 674.534 Euro).

Die Stiftung verteidigte sich und gab an, dass es nicht möglich sei, zu sagen, ob der Mann sich beim Cluster angesteckt hat. Dazu wurde bei dem sogenannten Mitarbeiter Null im Krankenhaus nur eine Erkältung festgestellt und sein Fieber war schnell wieder weg. Einen Test mussten nur Personen machen, die mindestens vier Tage lang Fieber hatten. Deswegen konnte niemand wissen, dass er tatsächlich infiziert war.

Ehemann und Schwiegermutter sterben an Corona

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Der verstorbene Mann wurde am 5. April positiv getestet und die Arbeitsaufsichtsbehörde bestätigte, dass er sich am Arbeitsplatz infiziert hat. Sie boten der Familie daraufhin eine Entschädigung an. Die Familie war damit aber nicht einverstanden, denn sie sahen in der Cluster-Infektion ein grobes Fehlverhalten von dem Arbeitgeber.

Der Mann infizierte seine Mutter, die er bei sich zu Hause pflegte. Sie starb am 19. April in einem Krankenhaus. Der Mann verstarb am 29. April. In Japan sind mittlerweile mehr als 17.000 Menschen an Corona gestorben. Zuletzt traf es besonders Menschen, die zu Hause genesen sollten, weil in den Krankenhäusern nur noch Platz für die Notfälle war.

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