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Online-Werbespots zeigen sich aggressiv und verletzend

Japanische Studentin sagt Body Shaming in der Werbung den Kampf an

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Menschen sich nicht mit den Schönheitsidealen eine Gesellschaft rumschlagen müssen. Das ist in Japan auch nicht anders und besonders junge Menschen leiden unter den enormen Ansprüchen. Eine Studentin hat nun beschlossen etwas gegen Werbung zu tun, die sogenanntes Body Shaming betreibt, um Menschen mehr Sicherheit zu geben.

Unter Body Shaming ist das negative Darstellen von körperlichen Attributen zu verstehen, die nicht zu herrschenden Schönheitsideal passen. Auf diese Art werben unter anderem Unternehmen online für Nahrungsergänzungsmittel, Lotionen und Beauty-Produkte. In Videos im Manga-Stil ist davon die Rede, wie Menschen mit Akne oder einem dicken Bauch widerlich und nicht liebenswert sind.

Petition startet erfolgreich

Die Werbevideos eines Unternehmens auf YouTube nutzen nur so eine derbe Sprache. Oft erlebt ein Erzähler Schwierigkeiten im Leben wegen seines Aussehens, die dann durch die Produkte beseitigt werden. Die Masche der Firmen kommt dabei nicht unbedingt gut an und auf Twitter drücken viele Menschen ihr Unbehagen aus.

Die 20 Jahre alte Kunststudentin Aoi Murata von der Akita University geht sogar noch etwas weiter. Sie startete im April eine Petition gegen die Werbung auf change.org, die in kurzer Zeit massive Unterstützung erhielt. Mehr als 30.000 Menschen haben bereits unterschrieben. Sobald genug Unterschriften zusammen sind, will die Studentin die Petition bei Google und drei Unternehmen einreichen, welche die fragwürdigen Anzeigen laufen lassen.

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Google gab bereits an, dass die Werbung gegen ihre Unternehmensrichtlinien verstößt. Sie haben nach eigenen Angaben ein neues Löschprotokoll eingeführt, das derartige Anzeigen löschen soll. Allgemein seien sie bemüht unangemessene Inhalte zu entfernen und das System dazu zu verbessern. Was genau jedoch in den Spots gegen die Richtlinien verstößt, gab das Unternehmen nicht an.

Dein Körper, deine Entscheidung

Wie Murata erklärt, verletzt der Werbespot viele Menschen, sie mit eingeschlossen. Da sie zurzeit nicht viel herausgeht, schaut sie viele Youtube-Videos an. Dabei sah sie immer wieder die Spots, die sie schon vorher nicht mochte.

Als sie bemerkte, dass auch ihre Freunde sich von der Werbung verletzt fühlten, entschied sich Murata zu handeln. Sie startete die Petition, nachdem sie herausgefunden hatte, dass sowas möglich ist. Sie will dabei nicht zum Boykott der Produkte aufrufen. Ihr Problem ist wirklich nur, wie sie beworben werden. Als Beispiel gibt sie an, dass eine Person nur wegen ihrer Körperbehaarung Ablehnung erfährt. Es sei ihr Körper und ihre Entscheidung, die man respektieren sollte.

Murata gibt dazu an, dass sie selbst durch Stress zugenommen habe und dass sie an einem Punkt angekommen war, wo sie Werbung glaubte, die sofortigen Gewichtsverlust versprachen. Sie verstand später jedoch, dass der Körper nicht so einfach ist. Murata möchte deswegen, dass Werbung deutlich macht, dass die Situation von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

Beschwerden nehmen zu

Neben der Petition überlegt Murata Events zu veranstalten, um mehr Aufmerksamkeit für das Thema in der Gesellschaft zu erreichen. Sie möchte dabei vor allem das Problem bekämpfen, dass viele Menschen nicht verstehen, was falsch an den Werbespots ist. So bekam sie auf Twitter bereits aggressive Kritik zu der Aktion. Sie versucht würdevoll auf die Kritik zu antworten, damit Leute das Problem erkennen. Murata hofft, dass sie Teil einer Bewegung ist, die über die kommenden Generationen wächst.

Laut der Japan Advertising Review Organizations gab es wegen Werbevideos zwischen Februar und Mai 61 bis 90 Beschwerden. Das ist ein enormer Anstieg im Vergleich vom Vorjahr. Im selben Zeitraum gab es gerade einmal drei bis 15 Beschwerden.

Es fällt dabei auf, dass besonders Werbevideos online das Aussehen von Personen übertreiben und sich stark ablehnender Haltungen bedienen, um sie besonders unattraktiv zu machen. Da immer Menschen das Smartphone nutzen und weniger Fernsehen, ist das wohl der Grund für den Anstieg. Gleichzeitig zeigt es, dass die Spots auch aggressiver werden, da sie online mehr Freiheiten haben.

MS

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