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Taxifahrerin darf sich frei ausleben und muss bezahlt werden

Japanische Taxifirma muss trans Frau verweigertes Gehalt zahlen

Anfang des Jahres sorgte die Diskriminierung einer Taxifahrerin in Osaka für große Empörung. Die Taxifirma hatte der trans Frau ein Fahrverbot ausgesprochen, da sie Make-up trug, und die Bezahlung verweigert. Das Bezirksgericht von Osaka hat nun das Unternehmen zu Zahlungen verurteilt.

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Nach dem Urteil soll das Unternehmen der 60 Jahre alten Fahrerin ab Juli um die 1.423 Euro pro Monat für das verweigerte Gehalt zu zahlen. Die Jury vertrat die Ansicht, dass es ein natürlicher Wunsch der Klägerin sei, so gut es geht wie eine Frau auszusehen und zu leben. Es sei aus diesem Grund keine unangemessene Forderung der Frau sich persönlich auszudrücken. Sie soll sich deswegen genauso schminken können wie alle anderen Frauen.

Vorgesetzte diskriminierten die Frau plötzlich

Von dem Unternehmen sei es hingegen unangemessen sie dafür zu bestrafen. Die Behauptung, die Frau würde Kunden verschrecken, wurde nicht akzeptiert. Niemand kann sagen, dass die Mehrheit der Fahrgäste intolerant sei. Aus diesem Grund gebe es laut Gericht absolut keinen Grund ihr das Arbeiten zu verbieten. Nach dem japanischen Gesetz ist es verboten das alltägliche Leben von Menschen aufgrund ihrer Geschlechtsidentität einzuschränken.

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Die Frau hatte die Taxifirma über ihre offizielle Gender-Identitätsstörung informiert, bevor sie November 2018 eingestellt wurde. Sie begann daraufhin Make-up zu tragen, was lange kein Problem war. Erst Februar 2020 wurde sie von ihren Vorgesetzten einbestellt. Ihr wurde dabei gesagt, sie dürfe keine Schminke tragen, da sie ein Mann sei und dass sie unheilbar krank sei. Daraufhin wurde ihr ein Fahrverbot erteilt und sie erhielt keinen Lohn mehr.

Klage auf Schadensersatz läuft noch

Im März reichte die Frau deswegen eine vorläufige Verfügung beim Bezirksgericht ein und forderte pro Monat eine Zahlung von etwa 2.610 Euro. Zuvor hatte sie pro Monat etwa 1.581 Euro bis 3.164 Euro verdient. Gleichzeitig verklagte sie die Firma auf umgerechnet 15.820 Euro Schadensersatz. Die monatlichen Zahlungen fielen vor Gericht geringer als erwartet aus, da Taxiunternehmen aufgrund der Pandemie massive finanzielle Einbrüche haben.

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In dem Fall der Entschädigung gab es noch keine Entscheidung. Dazu äußern wollte sich das Unternehmen nicht. Trotzdem wird das aktuelle Urteil als großer Erfolg angesehen. Es kommt nur selten vor, dass trans Personen dank einer juristischen Entscheidung vor ungerechten Behandlungen geschützt werden und eine Erlaubnis zum Tragen von Make-up bekommen.

Die Chancen stehen dazu gut, dass die Frau ihre Entschädigung bekommt. 2019 wurde eine Beamtin des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie mit 1.32 Millionen Yen entschädigt, da ihr nur eingeschränkt die Nutzung der Frauentoilette erlaubt war.

MS

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